Einheit in der Vielfalt: Papst Benedikt XVI. über das Charakteristikum der neuen Bewegungen

Audienz für die Bischöfe, die der Fokolar-Bewegung und der Gemeinschaft Sant'Egidio nahe stehen

| 762 klicks

ROM, 8. Februar 2007 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. empfing am Donnerstagvormittag jene Bischöfe im Vatikan, die in besonderer Weise mit der Fokolar-Bewegung und der Gemeinschaft Sant’Egidio verbunden sind. Der Papst grüßte vor allem Chiara Lubich (87), die Gründerin der Fokolare, der er seinen Segen und seine Glückwünsche übermittelte.



Benedikt XVI. hob hervor, dass die Nähe der Bischöfe zu den neuen geistlichen Bewegungen zugleich die Vitalität dieser neuen Form des Zusammenschlusses sowie die Gemeinschaft unter den Charismen widerspiegle, die ein „charakteristisches Zeichen der Zeit“ seien. Der Papst lobte die Brüderlichkeit, die die Bischöfe unter dem Antrieb der Ideale, die die Bewegungen verbreiten würden, an den Tag legten und die die „Gemeinschaft der Herzen“ immer mehr vertiefe. Wie Johannes Paul II., so bekräftigte auch Benedikt XVI., dass er die neuen Bewegungen als ein „von der Vorsehung gestiftetes Geschenk des Heiligen Geistes“ betrachte. Die Bewegungen sind nach seinen Worten ein „Geschenk des Heiligen Geistes an die Kirche“.

In diesem Zusammenhang blickte der Heilige Vater auf die Pfingstvigil des vergangenen Jahres zurück, bei der er auf dem Petersplatz mit zahlreichen Mitgliedern von kirchlichen Bewegungen und Gemeinschafen zusammengekommen war. Die vielfältigen Formen und die Einheit der Charismen gehörten, so Benedikt XVI., im Leben der Kirche untrennbar zusammen. Dies verwirkliche der Heilige Geist durch das Dienstamt der Bischöfe und des Nachfolgers Petri.

Kennzeichnend für die neuen Bewegungen ist nach Papst Benedikt der missionarische Geist, der gerade für eine relativistische Kultur von großer Bedeutung sei, da er doch auf die verbreitete Sehnsucht nach Spiritualität Antwort gebe.

Benedikt XVI. erklärte, dass die Fokolar-Bewegung das Charisma der Einheit hervorhebe, das sich in den verschiedenen sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Bereichen verwirkliche, wie zum Beispiel in der „Wirtschaft der Gemeinschaft“. Diese Bewegung beschreite dabei Wege der Ökumene und des interreligiösen Dialogs.

Die Gemeinschaft San’Egidio stelle ihrerseits das Gebet und die Liturgie in den Mittelpunkt des Lebens, um den Armen und Ausgegrenzten am besten helfen zu können.

Gemeinsam, so Papst Benedikt, sei es den Christen möglich, sich den Herausforderungen des beginnenden dritten Jahrtausends zu stellen. Zu ihnen gehörten insbesondere: die Suche nach Gerechtigkeit und Frieden sowie die Dringlichkeit, eine brüderlichere und solidarischere Welt zu errichten, beginnend bei jenen Ländern, die von blutigen Konflikten heimgesucht würden. Benedikt XVI. legte seinen Gästen diesbezüglich besonders den afrikanischen Kontinent ans Herz und erinnerte sie zugleich an die bevorstehende Synode der afrikanischen Bischöfe.