Einige Wünsche und Anregungen aus den Kleinen Arbeitsgruppen der Synode

Bibellektüre, tägliches Gebet des Credo, Läuterung der Kleriker und Laien, Wiederbelebung des Bußsakraments, Besuch der Sonntagsmesse als Zentrum katholischen Lebens, Schönheit als Weg zu Gott

| 636 klicks

Von Jan Bentz

VATIKANSTADT, 23. Oktober 2012 (ZENIT.org). – Als Diskussionsergebnisse aus den Kleinen Arbeitsgruppen wurden von den jeweiligen Relatoren auch einige konkrete Wünsche und Vorschläge während der 17. Generalkongregation der Bischofssynode vorgetragen.

Umkehr, Heiligkeit und Zeugnis für die Liebe Gottes waren die zentralen Wünsche des Circulus minor italicus B, vorgestellt von Bruno Forte, Erzbischof von Chieti-Vasto, als Kernpunkte der Neuevangelisierung. Dem Bußsakrament solle daher besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Die Neuevangelisierung bringe den unaufhörlichen Ruf zur Umkehr mit sich, mit dem man sich Gott ganz hingeben und sich von seiner Gnade umwandeln lassen solle. Das geschehe auf besonders fruchtbare Weise bei der Feier des Bußsakraments. 

Weiterhin stellte er heraus, dass es jedenfalls notwendig sei, sich mit Sympathie und in Freundschaft an den Ansprechpartner zu wenden. Wer evangelisiere, müsse auf überzeugende Weise zeigen, dass Gott die Welt so sehr geliebt hat, dass er seinen Sohn für sie hingegeben hat. Die Heiligkeit sei Vorbild und Ziel jedes Versuchs der Evangelisierung. Der Erzbischof würdigte auch die herausragende Rolle der Frau sowie der Großeltern bei der Weitergabe des Glaubens in der Familie.

Für den Circulus minor italicus C sprach sich der Generalobere des Ordo Clericorum Regularium Ministrantium Infirmis (Kamillianer), P. Renato Salvatore MI, dafür aus, die außerordentliche Bedeutung der Bibel, die die Katholiken größtenteils nicht kennen, zu unterstreichen. Das sei nicht nur ein Schaden für ihren Glauben, sondern mache sie auch für den Dialog zwischen den Religionen ungeeignet. Auch der Katechismus der Katholischen Kirche solle als ein theologisch-spirituelles Projekt auf die verschiedenen geschichtlichen, kulturellen und geographischen Situationen angewendet werden.

An die Adresse der Politiker ging die Aufforderung, ihrem Glauben treu zu sein, ohne auf Kompromisse einzugehen, sondern sich, besonders in Fragen der Moral, von ihrem aufrechten Gewissen und nicht von zweifelhaften Werten leiten lassen.

Titularerzbischof Salvatore Fisichella, Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Neuevangelisierung, forderte für den Circulus minor italicus A, die durch den Säkularismus aufgezwungenen kulturellen Schemata zu überwinden, die es nicht mehr erlaubten, die Widersprüche einiger Lebensstile zu erkennen. Weiterhin wurde gewünscht, die Bedeutung des Dialogs anzuerkennen, mit dem man mit denen in Beziehung trete, die die Adressaten unserer Verkündigung seien.

Eine „pastorale Umkehr“ sei gegenüber einer Pastoral notwendig, die im Laufe der Zeit erstarrt sei und es nicht mehr erlaube, die Kraft des Glaubens, seine Originalität und das Spezifische des Christentums zum Ausdruck zu bringen. „Pastorale Umkehr“ bedeute das Bewusstsein einer neu notwendigen Aufmerksamkeit für den gegenwärtigen Augenblick und die Fragen unserer Zeit.

Ein Vorschlag bestand darin, das Credo zum neuen täglichen Gebet der Gläubigen zu machen, um die Bedeutung des Credo als kostbare Synthese des Glaubens hervorzuheben. An die Bischöfe ging der Wunsch, ihre besondere Aufgabe wiederzuentdecken, indem sie die Katechese in der eigenen Kathedrale halten.

Für den Circulus minor anglicus A wünschte Erzbischof Joseph Edward Kurtz, Vizepräsident der US-amerikanischen Bischofskonferenz, eine Wiederbelebung des Sinns für Heiligkeit und entschiedenen Widerstand gegenüber der Bedrohung der Religionsfreiheit. Nochmals wurde die zentrale Stellung der Familie bei der Neuevangelisierung betont, was eine Erneuerung der sakramentalen Ehe als Verbindung eines Mannes und einer Frau fordere, in der „zwei zu einem Fleisch werden” und offen sind für den Wunsch nach Kindern.

Die sexuelle Revolution und deren Folge für die Familie und deren Neudefinition wurde vom Circulus minor anglicus D als Folge des Widerstands gegen die Enzyklica „Humanae vitae“ interpretiert, wie Kieran O'Reilly SMA., Bischof von Killaloe (Irland) vortrug. Besonders wichtig sei auch die Einheit der Christen, zu der verstärkt aufgerufen werden solle.

Aus dem Circulus minor anglicus C, erläutert von Erzbischof Philip Tartaglia (Glasgow, Schottland), kam der Aufruf zur Heiligkeit, Umkehr und Läuterung seitens der Bischöfe, Priester, Ordensleute und der Leiter des Laienstandes wie auch jedes Einzelnen, der am Evangelisierungswerk beteiligt ist.

Der Sonntag und der Besuch der Sonntagsliturgie müssten wieder ins Zentrum des katholischen Lebens rücken. Auch die Erstverkündung verdiene besondere Aufmerksamkeit. Eine der neuen Einsichten, die mit dieser Synode in Zusammenhang stünden, sei auch die ganz besondere Natur der Erstverkündigung als eines einzigartigen und ganz besonders wirksamen Aspekts der Evangelisierung.

Auch wurde vorgeschlagen, die neuen geistlichen Bewegungen verstärkt in die Diözesen und ihre Evangelisierungsprojekte einzubinden. Die Schönheit, besonders die Schönheit Jesu Christi selber, müsse in der Evangelisierungsarbeit betont werden.

Diese Schönheit als Weg der Offenbarung des Geheimnisses Gottes zu sehen, in einer Zeit, die enttäuscht sei von der Überfülle der Diskurse und wo man jeder Form von Dogmatismus mit Misstrauen begegne, schlug auch für den Circulus minor gallicus A Bischof Dominique Rey, Bischof von Fréjus-Toulon (Frankreich), vor. Die Suche nach Schönheit könne ein Weg zu Gott sein. Durch die Schönheit drücke sich der Glaube aus und werde zur Verkündigung. Weiterhin wurde der Wunsch nach Einführung einer christlichen Initiation nach dem Vorbild des Katechumenats laut, einer Initiation, die sich an Menschen richtet, die am Anfang stehen oder einen Neuanfang machen.

Für das französischsprachige Afrika wurde der Vorschlag gemacht, den Laienmissionaren, die mit „beispielhafter Großherzigkeit die Animation der Gemeinde, den Unterricht, die Vorbereitung auf die Sakramente“ wahrnähmen, einen geregelten Amtsstatus zu verleihen, eng verbunden mit dem Weiheamt, wie auch eine besondere und solide Ausbildung. Eine solide Ausbildung wurde auch für die christlichen Politiker gefordert.