Einigkeit in der Frage der Präimplatationsdiagnostik

Deutsche Evangelische Allianz spricht sich uneingeschränkt für das nicht an Bedingungen geknüpfte Lebensrecht jedes Menschen aus

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BERLIN, Mittwoch, 29. Juni 2011 (ZENIT.org). - Angesichts der in die Endphase gehenden Beratungen des Bundestages über das mögliche Verbot der Präimplantationsdiagnostik oder deren gesetzliche Erlaubnis hat der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb, die Abgeordneten des Deutschen Bundestages über die Sicht der Deutschen Evangelischen Allianz zur Präimplantationsdiagnostik (PID) informiert. Darin bittet er die Abgeordneten, sich uneingeschränkt für das Lebensrecht jedes Menschen einzusetzen.

„Die Präimplantationsdiagnostik dient ausschließlich der Selektion möglicherweise defekter Embryos", schreibt Steeb. Auch wenn man den Wunsch von Eltern verstehen könne, möglichst auf dem Weg künstlicher Befruchtung ein gesundes Kind zu erhalten, dürfe dies nicht dazu führen, die auf diesem Weg eventuell als krank definierten Kinder auszusortieren und ihnen keine weitere Lebenschance mehr zu geben.

Der Beginn menschlichen Lebens werde zu Recht mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle definiert. Ab diesem Moment genieße „jeder Mensch das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit". Dies müsse selbstredend auch für die ungeborenen Menschen gelten, auch wenn sie mit ärztlicher Hilfe auf künstlichem Weg gezeugt worden seien. Auch wenn sich der „Gesetzgeber dazu entschieden hat, entgegen dieser genannten Grundsätze unter bestimmten Bedingungen bei Abtreibungen von einer Strafe abzusehen, rechtfertigt dies nicht die Schaffung weiterer Ausnahmetatbestände".

Schließlich stehe auch aufgrund internationaler Erfahrungen zu befürchten, dass jetzt eventuell geschaffene Ausnahmen in den Sog weiterer Aufweichungen des Embryonenschutzes geraten würden. Steeb wendet sich auch gegen das Argument des Fortpflanzungsmedizintourismus, weil sich der deutsche Wertekanon nicht an inakzeptablen Regelungen im Ausland orientieren dürfe.

Steeb erinnert in seinem Brief die Bundestagsabgeordneten daran, dass es vor dem Urteil des Bundesgerichtshofs herrschende Meinung gewesen sei, dass eine ausschließlich der Selektion dienende medizinische Untersuchung nicht zulässig sei.

Hartmut Steeb gehört zu einem großen Personenkreis, die die Initiative „Stoppt PID" unterstützen. Diese Initiative tritt für ein Verbot der Präimplantationsdiagnostikein. Sie steht unter Schirmherrschaft des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe, sowie des Bundesvorsitzenden der Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e.V., Robert Antretter,  und wird von zahlreichen Organisationen und Einzelpersonen unterstützt.

Copyright © MEDRUM 28.6.2011