Einsatz der katholischen Kirche für Leprakranke

Weltweit befinden sich 547 Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft

Rom, (ZENIT.org) | 686 klicks

In der katholischen Kirche gibt es eine lange Tradition der Hilfe für Leprakranke, die oft selbst von ihren eigenen Angehörigen ausgestoßen werden. Kirchliche Einrichtungen bieten medizinische Versorgung an und leisten geistlichen Beistand oder auch konkrete Hilfe bei der Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Die Diskriminierung von Leprakranken ist auch heute noch in vielen Ländern weit verbreitet.

Wie aus dem Statistischen Jahrbuch hervorgeht, das dem Fidesdienst vorliegt, befinden sich in Trägerschaft der katholischen Kirche insgesamt 547 Einrichtungen für Leprakranke. Nach Kontinenten aufgeteilt entsteht folgendes Bild: in Afrika 198, in Amerika 56, in Asien 285, in Europa 5 und in Ozeanien 3. Die Länder mit den meisten Einrichtungen für Leprakranke sind: in Afrika: Demokratische Republik Kongo (32), Madagaskar (29), Südafrika (23); in Nordamerika: USA (1); in Mittelamerika: Mexiko (8); Dominikanische Republik (3); in Südamerika: Brasilien (17), Peru (6), Ecuador und Kolumbien (4); in Asien: Indien (220), Korea (15); in Ozeanien: Papua Neuguinea (3).

In seiner Botschaft zum 60. Weltlepratag am Sonntag, dem 27. Januar, hat der Präsident des Päpstlichen Rates für die Pastoral im Gesundheitswesen, Erzbischof Zygmunt Zimowski, daran erinnert,dass „nach jüngsten Angaben der Weltgesundheitsorganisation rund 220.000 Männer, Frauen und Kinder sich im Jahr 2011 mit Lepra infiziert haben und viele der Fälle erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert wurden.“ Dies stelle den unzureichenden Zugang zu Diagnoseeinrichtungen, einen Mangel an Aufklärung und Prävention und die Notwendigkeit gezielter Maßnahmen unter Beweis. Lepra sei „nicht tödlich, wenn die Krankheit richtig behandelt wird“, so wie auch andere „vernachlässigte Krankheiten“, die „jedes Jahr hunderttausende Todesfälle, Behinderungen oder anhaltende Beeinträchtigungen der Gesundheit bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern in wirtschaftlich benachteiligten Ländern verursachen. Es handelt sich um Krankheiten, die eine wahre Geißel für einige Länder sind, dabei aber nicht genügend Aufmerksamkeit seitens der internationalen Staatengemeinschaft erhalten.“

Angesichts eines solchen „Notstands im Gesundheitswesen“, forderte Erzbischof Zimowski insbesondere im Jahr des Glaubens anlässlich des Weltlepratags den Einsatz dafür, dass dieser „eine günstige Gelegenheit sein möge die Hilfe unserer kirchlichen Gemeinden zu fördern, damit jeder ein barmherziger Samariter unter den Mitmenschen sein kann.“