Einwanderungspolitik: Plädoyer des Papstes für die Familienzusammenführung

Christus muss auch in dieser Frage Bezugspunkt sein

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ROM, 15. Mai 2008 (ZENIT.org).- Die Familienzusammenführung muss gefördert werden. Diesen Appell lancierte Papst Benedikt XVI. bei der heutigen Audienz für die Mitglieder der Vollversammlung des Päpstlichen Rates für die Migranten und Menschen unterwegs, die von Kardinal Raffaele Martino, dem Präsidenten des Dikasteriums, begleitet wurden. Der Heilige Vater erneuerte seine Mahnung zum Dialog und zur liebevollen Aufnahme der Einwanderer.



Benedikt XVI. betonte, dass das Engagement für die Aufnahme von Migranten mit einer besonderen Aufmerksamkeit gegenüber der Familienzusammenführung verbunden sein müsse. Dieses Thema hatte der Papst nicht nur während seiner jüngsten Reise in die Vereinigten Staaten von Amerika angesprochen, sondern bereits in seiner Botschaft zum Welttag der Migranten und Flüchtlinge 2007. Heute bekräftigte den Einsatz der Kirche nicht nur zugunsten des einzelnen Migranten, sondern auf zugunsten seiner Familie, die eine Gemeinschaft der Liebe sei und einen Integrationsfaktor darstelle.

Es dürfe nicht vergessen werden, dass auch die ausgewanderte Familie eine Keimzelle der Gesellschaft sei, die nicht zerstört werden dürfe, sondern vielmehr mutig und geduldig verteidigt werden müsse. Die Familie ist nach den Worten des Heiligen Vater jene Gemeinschaft, in der man von Kindheit an dazu erzogen wird, Gott zu verehren und zu lieben, da in ihrem Schoß die „Grammatik der menschlichen und moralischen Werte gelernt wird“. Gleichzeitig lehre sie, einen guten Gebrauch von der Freiheit in der Wahrheit zu machen.

Die christliche Gemeinschaft habe bei der Aufnahme von Einwanderern und im Dialog mit ihnen die Person Jesu Christi als steten Bezugspunkt, betonte der Papst. Christus habe seinen Jüngern eine goldene Regel hinterlassen, nach der das Leben zu gestalten sei: „das neue Gebot der Liebe“.

Benedikt XVI. hob die Bedeutung einer Familien- und Migrantenpastoral hervor, die ihren grundlegenden Bezugspunkt in der Eucharistie finden sollte. Wer zur Messe geht, finde in der Eucharistie einen sehr starken Verweis auf die eigene Familie und Ehe. So werde der Einwanderer ermutigt, seine Lage in der Perspektive des Glaubens zu erleben und in der göttlichen Gnade die nötige Kraft zu finden, um erfolgreich zu sein.

Der Papst unterstrich zudem, dass in der modernen globalisierten Welt von heute die Mobilität des Menschen eine wichtige Grenze für die Neuevangelisierung darstelle. Gleichzeitig müsse immer die evangeliumsgemäße Wurzel der Pflicht zur Aufnahme der bedürftigen Migranten bedacht werden.