El Salvador: Pfarre bietet Kurse zur Resozialisierung ehemaliger Bandenmitglieder an

Erzbischof Fernando Sáenz Lacalle: "Wir müssen diesen Menschen entgegenkommen"

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SAN SALVADOR, 25. August 2005 (ZENIT.org).- Die Erzdiözese von San Salvador bietet Jugendlichen, die jahrlang in gefürchteten Gangs ihr Unwesen trieben, Ausbildungskurse zur Resozialisierung an. Die Maßnahme sei ein Erfolg, erklärte Erzbischof Fernando Sáenz Lacalle von San Salvador am vergangenen Sonntag im Rahmen einer Pressekonferenz.



"In den Nachrichten hören wird täglich von schrecklichen Gewalttaten, die von Banden verübt werden. Wir müssen diesen Menschen entgegenkommen und sie aus der Spirale der Gewalt herausreißen, in deren Sog sie geraten sind", bekräftigte der Erzbischof.

Nach offiziellen, von der Nachrichtenagentur "EFE" veröffentlichten Angaben gibt es in El Salvador rund 10.500 Menschen, die den gefürchteten Banden angehören. Die meisten gehörten den Banden "Salvatrucha Mob" und "Mob 18" an, die laut Regierungsangaben für rund 60 Prozent aller Morde, die in diesem Land mit 6,7 Millionen Einwohnern verübt werden, verantwortlich sein sollen. Bereits im August 2004 hatten die staatlichen Autoritäten einem Spezialplan ausgearbeitet, um dieser enormen Bedrohung entgegenzuwirken. Vergangenen Donnerstag konnten 29 Bandenmitglieder festgenommen werden.

Mit dem genannten Spezialplan verschärft man die im Jahr 2003 unter Präsident Francisco Flores getroffenen Maßnahmen, die zur Festnahme von insgesamt 16.000 Menschen geführt hatten. Einige darunter hatte man mehrmals in Gewahrsam genommen und schließlich endgültig freigelassen.

Erzbischof Sáenz Lacalle, gebürtiger Spanier und Mitglied des Opus Dei, berichtete bei der Presskonferenz, dass die Pfarre Calle Real in der nordwestlich gelegenen Stadt Ciudad Delgado bei der Resozialisierung vieler ehemaliger Bandenmitglieder großen Erfolg verbucht habe. Die Jugendlichen habe man für diverse Berufe ausgebildet, denen sie schließlich nachgegangen seien. Bei aller Notwendigkeit, hart durchzugreifen, plädierte der Erzbischof von El Salvador deshalb dafür, aus solchen positiven Erfahrungen zu lernen und sie nachzuahmen. "Der Jugend fehlt die Ausbildung, ihre Gewissen sind verbildet und sie stecken mitten in einem Klima der Gewalt", beklagte er.