Emma von Lesum (Imma von Stiepel) (975/980-1038)

Wohltäterin und Kirchengründerin

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 192 klicks

Emma von Lesum, oder auch Imma von Stiepel, wurde um 975/980 geboren. Sie soll eine Schwester des Bischofs von Paderborn, Meinwerk, gewesen sein. Emma heiratete Liudger, der ein Sohn des sächsischen Markgrafen Hermann Billung war. Das Paar erhielt im Jahr 1001 als Geschenk König Ottos III. den Königshof Stiepel. Stiepel ist heute ein Stadtteil von Bochum. In Stiepel gründete Emma 1008 die Stiepeler Dorfkirche. Dem Bestreben soll sich der Kölner Erzbischof zunächst widersetzt haben, da er eine Minderung seines Einflusses befürchtete. Erzbischof Heribert II. musste aber schließlich einlenken und die Erlaubnis zum Bau der Kirche erteilen.

Die von Emma von Lesum gegründete und der heiligen Jungfrau Maria geweihte Kirche wurde zu einem bedeutenden Wallfahrtsort. Die Stiepeler Dorfkirche zählt heute zu den Kulturdenkmälern an der Ruhr: „Mit ihren reichen Malereien, die vom 12. bis 16. Jahrhundert entstanden sind, ist die Stiepeler Dorfkirche in Westfalen einzigartig. Vor allem die fast 800 Jahre alten Malereien aus der Frühzeit der Kirche geben ihr eine Bedeutung, die weit über die Grenzen Deutschlands hinausreicht“, so das Landesdenkmalamt Münster. 

Als der Mann Emma von Lesums 1011 verstarb, begab sie sich auf das Gut Lesum, dem heutigen Stadtteil Burglesum in Bremen. Sie förderte den Bau des Doms zu Bremen und schenkte dem Domkapitel ihr Vermögen, zu dem auch die Kirche in Stiepel gehörte.

Emma von Lesum ist als große Wohltäterin überliefert, die sich vor allem der Armen und Bedürftigen annahm. Sie starb am 3. Dezember 1038 und soll im Bremer Dom ihre letzte Grabstätte gefunden haben, was aber archäologische Grabungen nicht belegen konnten.

Die Betreuung der Wallfahrt zur „Schmerzhaften Mutter von Stiepel“ obliegt heute den Zisterziensern, die seit 1988 in Stiepel ansässig sind. In der Reformationszeit wurde die Dorfkirche Stiepel zu einer evangelischen Kirchengemeinde. Das Gnadenbild der „Schmerzhaften Mutter von Stiepel“ blieb bis 1820 an ihrem ursprünglichen Aufstellungsort. Nach mehreren Besitzerwechseln gelangte sie an ihren heutigen Aufstellungsort in der Wallfahrtskirche St. Marien, die heute von den Zisterziensern mitbetreut wird.