Emporio Caritas

Ein Hilfsprojekt für Menschen in Not

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ROM, 13. August 2012 (ZENIT.org). - Die Wirtschaftskrise und die sich daraus für die Menschen ergebenden schwerwiegenden Probleme sind fester Bestandteil der täglichen Berichterstattung. Immer mehr Menschen geraten in Not und sind hilfsbedürftig.

Die Caritas Rom erkannte diese Tendenz bereits vor Jahren und gründete deshalb das Hilfsprojekt „Emporio“. „Emporio“ stellt bedürftigen Menschen kostenlos Lebensmittel zur Verfügung und ist gleichzeitig eine Anlaufstelle für die vielgestaltigen Probleme der Hilfesuchenden.

Wie die Caritas Rom feststellte, sind in jüngster Zeit auch immer mehr berufstätige Menschen und junge Familien von Armut betroffen. Auch wenn mindestens ein Familienmitglied über ein regelmäßiges Einkommen verfügt, gelingt es den Betroffenen dennoch nicht, mit dem zur Verfügung stehenden Budget bis zum Ende des Monats auszukommen. Viele dieser Familien leben mittlerweile an oder unter der Armutsgrenze.

Die Anonymität, in der leider viele Menschen in heutiger Zeit leben, ist alles andere als hilfreich, wirtschaftlichen und sozialen Problemen zu begegnen. Feste Familienverbände, in denen die einzelnen Familienmitglieder einander beistehen, sind in Großballungsräumen weniger anzutreffen. Häufig wenden sich die in Not Geratenen erst gar nicht an die entsprechenden Sozialdienste.

Papst Benedikt XVI. bekräftigte zum Thema des Gemeinwohls in Caritas in Veritate: „Das Gemeinwohl wünschen und sich dafür verwenden ist ein Erfordernis von Gerechtigkeit und Liebe.“ 

„Emporio“ ist ein konkreter Beitrag zur Verbesserung des Gemeinwohls. Das Projekt stellt eine Hilfestellung dar, die Probleme der Menschen, die sich niemals an einen Sozialdienst gewandt hätten, zu erleichtern und ihnen neue Wege aufzuzeigen. Im Laufe ihrer Arbeit stellte die Caritas Rom vier Hauptproblembereiche fest: erstens wirtschaftliche Probleme, d.h. Verschuldung, Arbeitslosigkeit etc., zweitens gesundheitliche Probleme, d.h. chronische Erkrankungen, aufwendige Kuren, Arbeitsunfälle etc., drittens Betreuungsprobleme von Kindern, alten Menschen oder auch Behinderten und viertens Beziehungsprobleme, d.h. Trennungen, Verlust des Ehepartners oder auch konfliktgeladene Eltern-Kind-Beziehungen. Oft suchen nämlich die betroffenen Familien nie Hilfe, da sie nicht wissen, an wen sie sich wenden und mit wem sie über ihre Probleme sprechen können.

„Emporio“ soll eine Antwort, eine Anlaufstelle sein und den Bedürftigen eine Stimme verleihen. Die Familien sollen gestärkt und ihnen ihre Autonomie zurückgegeben werden. Das Projekt hat zum Ziel, das christliche Ideal der Solidarität der Menschen untereinander zu stärken, die die Basis für eine funktionierende Gesellschaft darstellt. Die konstruktive Zusammenarbeit mit den öffentlichen Behörden ist deshalb unverzichtbar, so die Caritas Rom.

„Emporio“ hat im Laufe der Jahre, eine Reihe bedeutender Sponsoren mobilisiert, die tagtäglich Lebensmittel zur Verfügung stellen. Auch Privatpersonen oder Unternehmen können sich selbstverständlich an dem Projekt beteiligen. Wer das Projekt „Emporio“ in Anspruch nehmen kann, entscheidet sich nach festgelegten Kriterien. Der Berechtigte erhält nach der Antragsbewilligung eine Karte, mit der er Zugang zu den Supermärkten und Dienstleistungen von „Emporio“ hat. Mittlerweile gibt es „Emporio“-Standorte nicht nur in Rom, sondern in ganz Italien, von Gorizia bis Lamezia Terme. [bd]