Engelbert I. (1185/1186-1225)

Erzbischof von Köln

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 303 klicks

Über den gewaltsamen Tod Engelberts I. verfassten sowohl Walther von der Vogelweide als auch Annette von Droste-Hülshoff eine Ballade. 

Der Erzbischof von Köln war auf einer Reise am 7. November 1225 in der Nähe des heutigen Gevelsberg überfallen und getötet worden. Eine gerichtsmedizinische Untersuchung aus dem Jahr 1978 ergab, dass Engelbert I. mit rund 50 Jahren teilweise sehr schwere Verletzungen erlitten habe, was auf eine heftige Gegenwehr des Angegriffenen schließen lasse. Der Überfall auf den Erzbischof war aber kein Zufall, sondern eine Auftragstat. Friedrich von Isenberg, ein Neffe zweiten Grades von Engelbert I., soll mit einer Schar von Helfern die kleine Reisegruppe überrascht haben und dabei den Erzbischof getötet haben. Als Auftraggeber des Verbrechens vermutet man Walram IV. von Limburg und dessen Gefolgsleute. Hintergrund der Tat war die Machtpolitik Engelberts I., der zum Unmut einer Gruppe westfälischer Adeliger sein Einflussgebiet erweitern wollte.

Engelbert I. war ein Sohn Engelberts I. von Berg. Schon im jugendlichen Alter wurde er für die kirchliche Laufbahn bestimmt und erhielt kirchliche Pfründe. Seine Leidenschaft galt jedoch mehr der weltlichen Politik, auf die er im Laufe seiner Karriere Einfluss nahm und dabei sogar die Exkommunikation durch den Papst riskierte.

1216 wurde Engelbert I. Erzbischof von Köln. In der Folgezeit führte er Reformen des Bistums durch und baute es weiter aus. Engelbert I. setzte sich besonders für die Ansiedlung der Bettelorden, Dominikaner und Franziskaner, in seinem Herrschaftsgebiet ein. Ab 1220 übernahm er das Amt des Reichsverwesers für König Friedrich II., dessen Sohn Heinrich VII. er 1222 in Aachen krönen sollte.

Bis in die heutige Zeit sind die Reliquien Engelberts I. erhalten. Sie befinden sich an unterschiedlichen Orten. Ursprünglich sollten die sterblichen Überreste des Erzbischofs in die Stammburg seiner Familie nach Schloss Burg überführt werden. Das Unternehmen scheiterte, und man verbrachte den Leichnam nach Köln. Die Gebeine Engelberts I. ruhen heute in einem Schrein, der in der Schatzkammer des Kölner Doms aufbewahrt wird und aus barocker Zeit stammt. Sein Herz hingegen wird im Dom von Altenberg als Reliquie ausgestellt. Auch der bedeutende Essener Domschatz besitzt eine Reliquie des Kölner Erzbischofs.