Englands Ordinariat kämpft mit Herausforderungen, verzeichnet aber Fortschritte

Ein australischer Prälat schildert seine Eindrücke

| 901 klicks

MELBOURNE, 7. Februar 2012 (ZENIT.org).- Nach seinem Besuch in London schrieb Peter Elliott, Weihbischof von Melbourne, über seine Eindrücke vom Ordinariat „Our Lady of Walshingham“, das vor knapp etwas mehr als einem Jahr für Anglikaner eingerichtet wurde, die in volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche eintreten möchten.

Bischof Elliott, Delegierter der katholischen Bischofskonferenz Australiens für das Ordinariat und selbst ehemaliger Anglikaner, nahm an der Danksagungsfeier zum ersten Jahrestag des Bestehens des Ordinariats für England und Wales am 15. Januar teil.

Über seinen zweiwöchigen Besuch in London schrieb er einen Kommentar, der auf der Webseite des Ordinariats „Our Lady of Walshingham“ veröffentlicht wurde und seine Eindrücke wiedergibt.

„Was ich in London gesehen habe, ist ein ständig wachsendes Ordinariat, das zwar mit Herausforderungen kämpft, etwa bei der gemeinsamen Nutzung der Kirchen, aber Fortschritte macht“, schreibt Bischof Elliott.

Das Ordinariat stecke zwar noch sehr in den Kinderschuhen, aber die Befürchtung, die katholischen Bischöfe in England und Wales könnten eine zu große Kontrolle ausüben, seien wohl unbegründet, nach dem, was er gesehen habe.

Neue Gruppen seien im Entstehen, so Bischof Elliott weiter, und „die Einzelnen treffen im Stillen ihre Wahl für die Einheit“.

Die Gruppen, die das Ordinariat bilden, gäben sich gegenseitig eine Hand und seien nicht „unmotiviert oder in Konkurrenzdenken befangen“, sondern vereint im gemeinsamen Kult, in Freundschaft und Dienstfertigkeit „und in der Würdigung des Katholizismus im Sinne der konkreten Realität der Kirche und ihrer Mission“.

„Dieses Zusammenkommen von Gruppen, die die Einheit suchen, ist der letzte Akt und die Erfüllung der Oxforder Bewegung“, bemerkt Bischof Elliott.

Die Lage in Australien

Im Vergleich zur Lage in Australien findet Bischof Elliott wichtige Unterschiede. Zum Beispiel gebe es in der anglikanischen Kirche Australiens bereits Frauen, die ein Bischofsamt bekleiden, und wenn dies demnächst auch in England eintreten sollte, könne es durchaus zu einem weiteren Zufluss von Gläubigen ins Ordinariat führen.

Außerdem kämen in Australien die Mitglieder des künftigen Ordinariats nicht nur aus einer Quelle – der anglikanischen Kirche –, sondern auch aus den Reihen jener Anglikaner, die bereits zur „Traditional Anglican Communion" gehören.

„Es gibt jetzt schon positive Signale von Kooperation und Aufnahmebereitschaft, während wir auf den offiziellen Zeitplan für das Ordinariat für Australien warten“, erklärt Bischof Elliott.

Sein Kommentar endet mit der Aufforderung, für das neue Ordinariat vom Stuhl Petri in den U.S.A. zu beten. Am 1. Januar war bekannt gemacht worden, dass das Ordinariat am kommenden Sonntag mit einer feierlichen Messe und der Ernennung von Reverend Jeffery N. Steenson als erstem Ordinarius seine Arbeit beginnen werde.

[Übersetzung des italienischen Originals von Alexander Wagensommer]