Englmar (11. Jahrhundert)

Einsiedler und Seliger

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 246 klicks

Englmar wurde im 11. Jahrhundert in Hacklberg, einem Stadtteil der niederbayerischen Stadt Passau, geboren. Der Legende nach zog sich Englmar, der Sohn eines Bauern war, um 1086 in den Bayerischen Wald nach St. Englmar in eine Einsiedelei zurück. Viele Menschen suchten ihn auf, um Rat und Hilfe von ihm zu erbitten. Außerdem war er bekannt für seine Fähigkeit, Tiere von ihren Leiden heilen zu können. Die Legende berichtete weiter, dass er 1096 von einem Neider, der sich dem Seligen hatte anschließen wollen, erschlagen wurde. Der Mörder suchte anschließend vergeblich nach Habseligkeiten seines Opfers und vergrub es schließlich im Schnee. Am Pfingstfest wurde der unverweste Leichnam Englmars entdeckt und in St. Englmar an der Stelle bestattet, wo später die gleichnamige Kirche errichtet wurde. Auch heute noch befinden sich die Gebeine des Seligen in der Kirche St. Englmar. Englmar wurde 1188 seliggesprochen.

Die Kirche St. Englmar wurde ab 1296, seit Errichtung der Pfarrei, ein beliebtes Wallfahrerziel. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts ist am Pfingstmontag das sog. „Englmari-Suchen“ Brauch. Dabei wird eine lebensgroße Holzskulptur des Seligen im Wald verborgen und nach deren Auffinden in einem festlichen Umzug in die Stadt zurückgebracht.