Ennodius von Pavia (473/474-521)

Bischof von Pavia und Schriftsteller

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 291 klicks

Ennodius wurde 473/474 wahrscheinlich in Arles geboren und in Pavia erzogen, da er früh ein Waise geworden war und bei einer Tante väterlicherseits aufwuchs. Zunächst führte Ennodius ein weltliches Leben, bekehrte sich dann aber und wurde Kleriker. In seiner autobiographischen Schrift „Eucharisticum de vita sua“ berichtet Ennodius, dass er nach einer schweren Erkrankung durch den Beistand des heiligen Viktor bekehrt worden sei. Tatsächlich erkrankte er aber erst 511, Jahre nach seiner Bekehrung.

Ennodius, dessen Familie mit den bedeutendsten Familien in Rom verwandt war, begleitete 494 seinen Mentor, Bischof Epiphanius von Pavia, im Auftrag des Königs der Ostgoten, Theoderich, auf einer diplomatischen Mission nach Lyon.

Zwei Jahre später, Epiphanius war in der Zwischenzeit gestorben, begab sich Ennodius nach Mailand zu seinem Onkel, Bischof Laurentius, und wurde dessen Sekretär.

Am 22. November 498 waren Symmachus und Laurentius zum Papst gewählt worden. Der „Synodus Palmaris“, den König Theoderich am 23. Oktober 501 einberufen hatte, kam zu dem Ergebnis, er könne nicht über den Papst entscheiden, das sei allein Gott vorbehalten. Diese Entscheidung wurde von Ennodius befürwortet. Ennodius verfasste eine Verteidigungsschrift, die den Titel „Libellus adversus eos qui contra synodum scribere praesumpserunt“ trug.

Im Jahr 513 wurde Ennodius zum Bischof von Pavia ernannt. In den Jahren 515 und 517 begab er sich nach Konstantinopel, um dort im Auftrag von Papst Hormisdas über die Beendigung des Akakianischen Schismas zu verhandeln.

Über die folgenden Jahre seiner Amtszeit sind keine historischen Daten überliefert.

Von Ennodius sind rund 500 Schriften überliefert, darunter „Panegyricus Theodorico regi dictus“, eine Lobrede auf Theoderich aus dem 506/507, eine Biographie über seinen Vorgänger Epiphanius mit dem Titel „Vita Epiphanii epsicopi Ticinensis“, seine autobiographische Schrift „Eucharisticum pro vita sua“ sowie 297 Briefe, 28 Reden, 172 Hymnen, 151 Lieder und Epigramme.

Ennodius starb am 17. Juli 521 in Pavia.