Entführte Bischöfe in Syrien noch am Leben?

Nach libanesischen Zeitungsberichten werden sie nordwestlich von Aleppo gefangengehalten

Rom, (ZENIT.org) | 451 klicks

Nach Worten des Chefs des syrischen Oppositionsbündnisses, George Sabra, sollen der syrisch-orthodoxe Metropolit Mar Gregorios Yohanna Ibrahim und der griechisch-orthodoxe Erzbischof Boulos Yazigi noch am Leben und bei guter Gesundheit sein, berichtet kathpress. Sie sollen in der Ortschaft Bshaqtin 20 Kilometer nordwestlich von Aleppo festgehalten werden, so Sabra laut der libanesischen Zeitung „Daily Star“ in einem Telefonat mit dem libanesischen Politiker Amin Gemayel, wie die deutsche Katholische Nachrichtenagentur KNA tags darauf berichtete.

Gemayel, früherer libanesischer Staatspräsident und Vorsitzender der Kata'ib-Partei, sei am Mittwoch mit den syrisch-orthodoxen Bischöfen George Saliba und Daniel Koriyeh sowie dem Leiter der Syrischen Liga Habib Efram zusammengetroffen. An dem Gespräch in der Kata'ib-Zentrale im libanesischen Saifi hätte dem Bericht zufolge auch der Stellvertreter des entführten Bischofs Ibrahim aus Aleppo, Joseph Shabo, teilgenommen.

Gemayel betonte besonders das schlechte Signal für die Christen in der Region. Für Bischof Saliba könnte, wenn die beiden Kirchenführer nicht freigelassen würden, die Furcht überhandnehmen, und er befürchte, sie würden in einer Weise reagieren, die er nicht wolle, zum Beispiel weiter die Region verlassen.

Die beiden Kirchenoberhäupter waren am 22. April nahe Aleppo verschleppt worden. Bei dem Überfall wurde der Fahrer der beiden getötet. Türkische Gemeindemitglieder Yazigis hatte noch die Nachricht ereicht, er befinde sich auf syrischem Gebiet, seitdem fehlt jedes Lebenszeichen.