Entlarven wir die Götzenbilder

Die Worte von Papst Franziskus am heutigen Morgen in Santa Marta

Vatikanstadt, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 496 klicks

Der Papst feierte die heutige Messe gemeinsam mit den Erzbischöfen von Curitiba, Brasilien, José Vitti, von Ibiza, Spanien, Juan Segura und von Sagar, Indien, Chirayath Anthony. Anwesend waren auch einige Mitarbeiter der Vatikanischen Bibliothek in Begleitung des stellvertretenden Präfekten Ambrogio Paizzoni, so wie eine Gruppe der Lateranuniversität mit ihrem Leiter, Mons. Patrick Valdrini.

Mit seiner Frage, welches Gebote das erste sei, habe der Schriftgelehrte vermutlich keine unschuldige Intention einhergehen lassen. Zu Beginn seiner Predigt schätzt der Papst das Verhalten des Mannes ein, der sich in der heutigen Lesung (Mk 12,28b-34) an Christus wendet und den Eindruck erweckt, „er stelle ihn auf die Probe“, wenn er ihn nicht gar „in eine Falle lockt“.Als der Schriftgelehrte auf den Ausspruch Jesu: „Höre Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr“ zustimmend antwortet, macht Papst Franziskus auf die Antwort Jesu aufmerksam: „Du bist nicht fern vom Reich Gottes.“ Damit wolle Jesus sagen, so der Pontifex, der Schriftgelehrte „kenne gut die Theorie“, aber „noch bleibt Ddir eine Strecke bis zum Reich Gottes“, das heißt, du musst noch einen Weg gehen, „um dieses Gebot umzusetzen“, das „Geständnis an Gott“ geschehe im Verlauf des Lebens.

„Es reicht nicht zu sagen: ‚Aber ich glaube an Gott, Gott ist der einzige Gott.‘ Das ist in Ordnung, aber wie lebst du auf deinem Lebensweg? Denn wir können sagen: ‚Der Herr ist der einzige Gott, nur er, es gibt keinen anderen‘, aber wir leben, als ob er nicht der einzige Gott wäre, und haben andere Gottheiten zu unserer Verfügung. Es besteht die Gefahr des Götzendienstes: der Götzendienst, den wir durch die Weltlichkeit bekommen. Und Jesu war diesbezüglich deutlich: Weltlichkeit nicht. Und er bittet den Herrn, uns davor zu bewahren, während des letzten Abendmahles, weil Weltlichkeit uns zum Götzendienst führt.“

„Der Götzendienst ist unterschwellig“, so der Papst weiter, alle „haben ihre versteckten Götzen“, und „unser Lebensweg braucht es, dass wir, um die Distanz zum Reich Gottes zu überwinden, die unentdeckten Götzen aufdecken.“ Ein Verhalten, das schon in der Bibel begegne, so erinnerte der Papst, in der Episode, in der Rachel, die Frau Jakobs, vorgibt, sie habe keine Götzen bei sich, sie aber doch aus dem Haus ihres Vaters mitgenommen hat und unter einem Kamelsattel versteckt. „Auch wir“, so der Pontifex, „haben sie unter einem Kamelsattel versteckt… aber wir müssen sie suchen und zerstören“, denn um Gott zu folgen, gebe es nur einen Weg der Liebe, der auf Treue basiere.

„Die Treue fordert von uns, die Götzen zu verjagen, aufzudecken: Sie verstecken sich in unser Persönlichkeit, in unserer Art zu lieben. Aber diese Götzen führen dazu, dass wir in der Liebe nicht treu sind. Der Apostel Jakobus sagt: ‚Wer ein Freund der Welt ist, ist ein Feind Gottes‘, und sagt weiter: ‚Ehebrecher!‘ Er macht uns Vorwürfe, aber mit diesem Adjektiv: ehebrecherisch. Warum? Weil der Freund der Welt ein Götzendiener ist, untreu in seiner Liebe zu Gott! Der Weg, um nicht entfernt zu sein, um näher zu kommen, im Reich Gottes weiterzugehen, ist ein Weg der Treue, der der Ehe ähnlich ist.“

„Wie ist es möglich“, fragt Papst Franziskus abschließend, „ mit all unseren kleinen und großen Götzen, einer so großen Liebe untreu zu sein?“ Um dies zu tun, müssten die Gläubigen Christus vertrauen, der „vollkommene Treue“ sei und „uns so sehr liebe.“

„Wir können heute Jesus bitten: ‚Herr, du bist gut, lehre mich den Weg, dem Reich Gottes jeden Tag näher zu kommen, den Weg, alle Götzen zu vertreiben.‘ Es ist nicht einfach, aber wir müssen anfangen… Die unter vielen Kamelsatteln versteckten Götzen, die wir in unser Persönlichkeit haben, in unserer Art zu leben: den Götzen der Verweltlichung, der uns zu Feinden Gottes macht. Bitten wir Jesus um diese Gnade, heute.“