Enzyklika Benedikts XVI., \"Plädoyer für soziales Engagement und Nächstenliebe\"

Johannes Freiherr Heereman vom \"Malteser Hilfsdienst\" über \"Deus caritas est\"

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ROM, 1. Februar 2006 (Zenit.org).- \"Benedikt XVI. zeigt, wie wichtig die Liebe für das Leben aller Menschen ist – persönlich, theologisch, aber auch im sozialen Miteinander\", so kommentiert Johannes Freiherr Heereman, geschäftsführender Präsident des Malteser Hilfsdienstes, die erste Enzyklika Papst Benedikts XVI. \"Gerade für unsere über 35.000 ehrenamtlichen Helfer im Sanitäts- und Rettungsdienst ist der Text ungemein nützlich und wertvoll. Er zeigt, dass jede kleine Hilfeleistung eingebettet ist in den großen göttlichen Gesamtentwurf des Lebens.\"



Natürlich sei es normal, dass jeder Mensch hin und wieder hinter diesen Anspruch zurückfalle, so Heereman. Auch bei sozial engagierten Menschen gebe es Enttäuschungen und Probleme im Umgang mit anderen, entscheidend sei aber: \"Die Liebe ist der Motor, der uns antreibt – die göttliche Liebe. Kein selbst gezimmerter Humanismus, sondern das Vorbild Gottes, der möchte, dass wir wie sein Sohn Jesus Christus, der in die Welt kam, in dieser konkreten Welt wirken und helfen.\" Ein besseres Plädoyer für soziales Engagement und Nächstenliebe als die neue Enzyklika könne er sich kaum vorstellen, fuhr Heereman fort.

Seit über 900 Jahren wissen sich die Malteser dem Gründungsauftrag des Ordens verpflichtet, den Armen und Kranken zu dienen. In ihnen erkennen sie Jesus Christus, den Herrn. Der Kranke selbst wurde von den ersten Maltesern als \"Herr Kranker\" angesehen.

In seiner Ansprache vor den Mitgliedern des diplomatischen Korps der 94 beim Malteserorden akkreditierten Länder hatte Großmeister Fra Andrew Bertie beim traditionellen Neujahrsempfang in der Villa Malta auf dem Aventin in Rom Mitte Januar unter anderem jene Gebiete genannt, in denen der Orden im Lauf des vergangenen Jahres tätig geworden war:

\"In Afghanistan – wo er bereits seit 2002 präsent ist – bei der Flüchtlingshilfe; im Sudan (Darfur) – wo er seit vielen Jahren präsent ist – bei der Verbesserung des Gesundheitssystems: 420.000 Menschen, die als \'Flüchtlinge\' gelten, werden mit einem Vorsorgeprogramm gegen die Malaria betreut; in Rumänien bei der Überschwemmung im Juli; im Niger und in Mali bei der Hungersnot im August; in New Orleans nach der vom Hurrikan Katrina ausgelösten Katastrophe; in Kambodscha und Vietnam im Rahmen des Programms zur Bekämpfung der Lepra; und natürlich in Südostasien: Ein Jahr nach dem Tsunami ist \'Malteser International\' – jene Einrichtung, bei der die medizinischen und logistischen Mittel aller nationalen Verbände des Ordens zusammengefasst sind – dabei, 65 Programme zur Erneuerung und Wiederaufbau in Indonesien, Sri Lanka, Indien und in Thailand zu entwickeln. Das Wichtigste ist die Herstellung der medizinischen Grundversorgung mit psychologischer Betreuung, die Errichtung von Wohnraum, von Schulen, die Wiederherstellung der Trinkwasserversorgung sowie die Hilfe für Kinder und Jugendliche, die ihre Familien verloren haben.\"

80 Prozent der 30 Millionen Euro, die die Verbände des Malteserordens im Lauf des vergangenen Jahres durch Spenden und Zuwendungen erhalten hätten, seien bereits ausgegeben beziehungsweise investiert worden, fuhr der Großmeister fort. \"Für die weiteren Wiederaufbauprogramme werden zusätzlich noch 20 Millionen Euro benötigt, die durch die Ordensmitglieder aufgebracht werden. Das sind die bedeutendsten Hilfsmaßnahmen, die der Orden im vergangenen Jahr im internationalen Bereich im Rahmen seines Auftrags geleistet hat.\"