Erdbebenregion Sichuan: Chinesische Katholiken danken dem Papst für Ermutigung und Unterstützung

Hilfseinsatz als Glaubenszeugnis

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PEKING/ROM, 4. Juni 2008 (ZENIT.org).- Die Katholiken in China sind nach dem schwersten Erdbeben seit drei Jahrzehnten dankbar dafür, dass sich der Heilige Vater für sie einsetzt.



„Wir sind bewegt und finden kaum Worte, um unsere Dankbarkeit gegenüber dem Heiligen Vater und der Weltkirche, deren Stellvertreter er ist, und die uns immer im Gebet und durch konkrete Taten nahe war, zum Ausdruck zu bringen“, erklärte der Verantwortliche des katholischen Hilfswerks „Jinde Charities“ gegenüber dem „Fidesdienst“, der Nachrichtenagentur der Kongregation für die Evangelisierung der Völker. „Die Worte, das Gebet und schließlich auch die persönliche Spende des Papstes für humanitäre Hilfsprogramme zeigen uns, dass wir nicht alleine sind.“

Am 29. Mai waren in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Caritasverband insgesamt 4.050 Zelte im Wert von 89.000 Euro an die Erdbebenopfer verteilt worden. „Die persönliche Spende des Papstes werden wir für die am meisten betroffenen Menschen bereitstellen. Viele Kirchen sind eingestürzt und zerstört, doch wir sind weiterhin zuversichtlich, weil wir wissen, dass der Papst immer an uns denkt.“

Dass sich der Heilige Vater und die ganze Weltkirche um China sorgten, sei Ermutigung und Auftrag zugleich: „Nun müssen wir uns dieser Geste des Papstes würdig erweisen, unser Bestes geben und damit auch in den Zelten und zwischen den Trümmern Zeugnis von Christus ablegen.“

Im Zuge des Erdbebens der Stärke 7,9 vom 12. Mai, das in Südwestchina mehr als 3.000 Ortschaften nördlich von Chengdu, der Hauptstadt der Provinz Sichuan, zerstört hat – am schwersten betroffen waren und sind die Bezirke Wenchuan und Beichuan –, sind nach aktuellen Angaben aus Peking 69.019 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 18.000 Personen werden noch vermisst. Fünf Millionen Bewohner der Region, in der rund 23 Millionen Menschen leben, sind obdachlos geworden.

Chinesische Katholiken setzen sich an vorderster Front für die Not leidende Bevölkerung ein. Dabei werden sie von Katholiken aus aller Welt unterstützt. Das kirchliche Hilfswerk „Jinde Charities“ koordiniert in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Caritasverband und vielen anderen Caritas-Verbänden die verschiedenen Hilfsmaßnahmen.

„Die Mitarbeiter der katholischen Kirche, die vor Ort tätig sind, wurden vom jeweiligen Ortsbischof feierlich mit einem Missionsauftrag entsandt“, berichtete der Vertreter von „Jinde Charities“. „Deshalb geht es hier nicht mehr nur um humanitäre Hilfe, sondern es geht um eine Sendung: den Auftrag, unter allen Umständen vom Glauben Zeugnis abzulegen; eine Evangelisierung in den Zelten und unter verzweifelten Menschen, die moralischen und geistlichem Beistand brauchen. Wir konnten diesen Menschen mit Unterstützung des Papstes und der Weltkirche helfen.“

Benedikt XVI. gedachte am vergangenen Sonntag (1. Juni) erneut der Erdbebenopfer in China und der Wirbelsturmopfer in Myanmar. Vor rund 40.000 Gläubigen, die sich auf dem Petersplatz versammelt hatten, erklärte er: „Ich möchte noch einmal um die mütterliche Fürsprache der Jungfrau für die Bevölkerungen von China und Myanmar bitten, die von Naturkatastrophen heimgesucht worden sind, sowie für all jene, die sich in einer der vielen Situationen des Leids, der Krankheit sowie des materiellen und geistlichen Elends befinden, von denen der Weg der Menschheit gezeichnet ist.“