Eritrea: Militärdienst für Priester und Seminaristen

Katholische Bischöfe um den Frieden mit Äthiopien besorgt

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ASMARA, 14. Juni 2006 (ZENIT.org).- Nach einem Bericht des internationalen katholischen Hilfswerks Kirche in Not haben die drei katholischen Bischöfe des ostafrikanischen Landes Eritrea die Regierung schon zweimal dazu aufgefordert, den Klerus vom Militärdienst auszunehmen. Der Dienst in bewaffneten Streitkräften sei mit den Aufgaben von Priestern nicht vereinbar. Die Regierung habe diese Briefe bislang allerdings ignoriert.



Obwohl die Katholiken in dem kleinen Land zwischen Anhängern der eritreisch-orthodoxen Kirche und des Islam nur eine kleine Minderheit darstellen, habe ihnen die Bedeutung der Kirche im Bildungswesen und in der Sozialarbeit den Mut verliehen, auch über die Truppenverstärkungen entlang der Grenze zu Äthiopien zu sprechen. Die Bischöfe seien in Sorge, dass der Grenzkonflikt mit Äthiopien erneut gewaltsam eskalieren könnte, so Kirche in Not.

UN-Blauhelme kontrollierten die Grenze zwar seit Ende des äthiopisch-eritreischen Krieges im Jahr 2000, seien aber jetzt dabei, einige ihrer 3.000 Soldaten abzuziehen.

Im Gespräch mit "Kirche in Not" erklärte ein Priester, der um seiner Sicherheit willen anonym bleiben wollte: "Die Regierung hat uns wiederholt geschrieben, dass Priester und Seminaristen unter vierzig Jahren Militärdienst ableisten müssen. Wir haben uns beschwert, aber es wurde uns gesagt, dass der Klerus dem nachzukommen habe, und zwar zu einem von der Regierung gewählten Zeitpunkt."

Der Priester erklärte, dass die Bedeutung der Kirche im schulischen Bereich und im sozialen Diensten durch ein 1995 veröffentlichtes Regierungsdokument in gefährlicher Weise untergraben worden sei. Das Dokument stelle fest, dass nichtstaatliche Wohlfahrtsinitiativen einer Sanktionierung seitens der Regierung erforderten.

"Gleich nachdem das Papier herauskam, haben die Bischöfe der Regierung offiziell geantwortet, aber nie eine Antwort bekommen", stellte der eritreische Priester fest. Die Bischöfe in dem kleinen Land, das an das Rote Meer, Äthiopien, den Sudan und Dschibuti angrenzt und rund 4,5 Millionen Einwohner hat, stünden den Herausforderungen dennoch zuversichtlich gegenüber. "Abgesehen von allen Problemen gibt es große Hoffnungen für die Kirche in Eritrea. Wir brauchen ganz dringend gute Priester und eine gute Glaubensunterweisung. Glücklicherweise haben wir viel Priesternachwuchs."