Erklärung der COMECE zur Krise im Irak

"Selig sind, die Frieden stiften" Matth. 5,9

| 479 klicks

BRÜSSEL, 28. März 2003 (ZENIT.org-www.comece.org).- Wir veröffentlichen den Text der Erklärung der europäischen Bischöfe zur Krise im Irak.



1. In dieser Zeit des Krieges beten wir, die Bischöfe der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft, für Frieden und Gerechtigkeit im Irak und in der Welt. Wir erinnern an und unterstützen die wichtigen Erklärungen des Heiligen Vaters und unserer eigenen Bischofskonferenzen zu diesem Thema. Wir verleihen unserer Sorge Ausdruck um die Völker, die bereits seit langem unter Ungerechtigkeit und jetzt wegen des Krieges leiden. Dieser Konflikt ist kein Konflikt zwischen Religionen, und der Name Gottes darf nicht angerufen werden, um Krieg und Gewalt zu rechtfertigen. Wir appellieren an alle Christen, Juden und Muslime, solidarisch zusammenzuarbeiten, um dem augenblicklichen Leid in der Region ein Ende zu bereiten und harmonische Beziehungen in unseren eigenen Ländern zu entwickeln.

2. Wir begrüßen den Einsatz der EU für humanitäre Hilfe für das irakische Volk. Dieser Einsatz für die Opfer des Krieges ist ein wichtiger Schritt für eine gerechte Ordnung in der Region. Aus diesem Grund ermutigen wir die Europäische Union, gemeinsam mit ihren Partnern in der internationalen Gemeinschaft, ihre Bemühungen zu intensivieren, um eine dauerhafte Lösung für den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern zu finden. Indem die EU diesen Weg weiter verfolgt, kann sie durch gemeinsames Handeln einen unschätzbaren Beitrag leisten zu Frieden und Gerechtigkeit in dieser Zeit.

3. Diese Situation stärkt unsere Überzeugung, dass die Welt ein System der "Global Governance" braucht, das den Frieden und das Gemeinwohl bewahren und fördern kann. In diesem System müssen die Vereinten Nationen die zentrale Rolle spielen. Wir hoffen, dass die Arbeit des Europäischen Konvents ein stärker geeintes Europa dazu befähigen können, in einem solchen System seine Verantwortung wahrzunehmen. Hierfür halten wir gute und auf gegenseitigem Respekt beruhende Beziehungen zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten von Amerika für wesentlich.

Unterzeichnet von den in die COMECE delegierten Bischöfen aus den Bischofskonferenzen der Mitgliedstaaten und der Beitrittsstaaten der Europäischen Union.

Die COMECE ist eine Kommission der katholischen Bischofskonferenzen der Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Assoziierte Mitglieder sind die Bischofskonferenzen Litauens, Maltas, Polens, der Schweiz, der Slowakei, Sloweniens, der Tschechischen Republik und Ungarns.

Folgende Bischöfe haben an der Vollversammlung im Namen ihrer Bischofskonferenzen teilgenommen: Bischof Josef Homeyer (Deutschland); Bischof Adrianus van Luyn (Niederlande); Bischof John Crowley (England & Wales); Bischof Teodoro De Faria (Portugal); Bischof Jozef De Kesel (Belgien); Bischof Joseph Duffy (Irland); Bischof Egon Kapellari (Östereich); Bischof William Kenney (Skandinavien); Bischof Giuseppe Merisi (Italien); Bischof John Mone (Schottland); Erzbischof Hippolyte Simon (Frankreich); Erzbischof Elias Yanes Álvarez (Spanien); Bischof Amédée Grab (Schweiz) - Präsident der CCEE; Bischof Václav Malý (Tschechische Republik); Erzbischof Henryk Muszynski (Polen); Bischof Frantisek Rabek (Slowakei); Bischof Antón Stres (Slowenien); Bischof András Veres (Ungarn); Pfarrer Gintaras Grusas (Litauen); Pfarrer Vanni Xuereb (Malta).