Erklärung des Erzbischofs von Boston aufgrund der Priesterskandale

"Kein Kind soll mehr Opfer von Missbrauch in meiner Erzdiözese werden"

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VATIKAN, 18. April 2002 (ZENIT.org).- Der Pressesaal des Heiligen Stuhles hat am Mittwoch folgende Erklärung veröffentlicht, welche unterzeichnet ist von Bernard Francis Kardinal Law, dem Erzbischof von Boston:



In den letzten Tagen war ich in Rom, um Rat einzuholen. Im Mittelpunkt meiner Begegnungen stand der Eindruck, den der Fall Shanley und andere Fälle von Missbrauch in der öffentlichen Meinung im Allgemeinen, insbesondere aber bei meinen Diözesanen gemacht haben. Die Tatsache, dass mein Rücktritt als Notwendigkeit betrachtet wurde, bewegte mich ebenfalls zu meiner Ratsuche.

Ich hatte Gelegenheit, mit zahlreichen Vertretern des Heiligen Stuhles zusammenzutreffen, auch der Heilige Vater hat mich in freundlicher Weise empfangen.

Der Papst und die anderen Gesprächspartner sind sich der Ernsthaftigkeit der Lage völlig bewusst. Es ist mir klar, dass es die erste Sorge des Heiligen Stuhles und der Erzdiözese ist, die Kinder zu schützen.

Als Folge meines Romaufenthaltes kehre ich nun nach Boston zurück, bestärkt in meinem Anliegen, so energisch wie möglich durchzugreifen, um im Rahmen des menschlich Möglichen dafür zu sorgen, dass in dieser Erzdiözese kein Kind mehr Opfer priesterlichen Missbrauches wird.

Es ist meine Absicht, einen ausführlichen historischen Bericht darüber vorzulegen, wie die Erzdiözese solche Fälle behandelt hat, indem die Vergangenheit systematisch und so verständnisvoll wie möglich aufgearbeitet wird, so dass auf die Rechtsprobleme eingegangen werden kann. Auch werden die katholischen Medien Bostons und "The Pilot" (Wochenblatt der Erzdiözese) dazu beitragen, diesen Bericht vorzulegen.

Währenddessen ist es mein Wunsch, und dies schrieb ich auch vergangenen Freitag meinen Brüdern im Priesteramt, dieser Diözese und der Kirche insgesamt durch mein ganzes Dasein zu dienen. Dies werde ich tun, solange Gott mit diese Möglichkeit gewährt.