Erklärung des Heiligen Stuhls zum Brief Benedikts XVI. an die Katholiken in China

„Dringliche Aufforderung zu Liebe, Einheit und Wahrheit“

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ROM, 2. Juli 2007 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen die Erklärung, die das Pressebüro des Heiligen Stuhls am Samstag zum Brief von Papst Benedikt XVI. an die Katholiken in der Volksrepublik China herausgegeben hat.



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Erklärung: Brief des Heiligen Vaters Benedikt XVI. an die Bischöfe und Priester, die geweihten Männer und Frauen sowie die Laiengläubigen der katholischen Kirche in der Volksrepublik China

Durch diesen Brief, der heute veröffentlicht worden ist, will Papst Benedikt XVI. seine Liebe und seine Nähe zur katholischen Gemeinde in China ausdrücken.

Aus dem Text des päpstlichen Dokuments kommen zwei Grundhaltungen klar zum Vorschein: auf der einen Seite die tiefe geistige Zuneigung für alle Katholiken in China und die herzliche Wertschätzung für das chinesische Volk, und auf der anderen Seite die herzliche Erinnerung an die Beachtung der ewigen Prinzipien der katholischen Tradition und des Zweiten Vatikanischen Konzils im ekklesiologischen Bereich. Es handelt sich also um eine begeisterte Einladung zu Liebe, Einheit und Wahrheit.

Der Brief ist an die Kirche in China gerichtet und behandelt vornehmlich religiöse Angelegenheiten; er beantwortet ganz konkrete Anfragen, die die Bischöfe und Priester in China seit einiger Zeit an den Heiligen Stuhl herangetragen haben. Deshalb handelt es sich nicht um ein politisches Dokument und noch viel weniger um eine Anklage gegen die Regierungsbehörden, auch wenn die allseits bekannten Schwierigkeiten, die die Kirche in China täglich lösen muss, nicht übersehen werden.

Der Heilige Vater führt den „ursprünglichen Plan“ vor Augen, den Christus für seine Kirche hat und den er den Aposteln und deren Nachfolgern, den Bischöfen, anvertraute. In diesem Licht geht er auf die verschiedenen Probleme der Kirche in China ein, die in den vergangenen 50 Jahren aufgetreten sind. Von diesem „Plan“ ausgehend, schöpft er auch Inspiration und formuliert Richtlinien zur Bewältigung und Lösung der angesprochenen Probleme in einem Geist der Gemeinschaft und Wahrheit.

In dem Brief erklärt Benedikt XVI. seine volle Bereitschaft und Offenheit für einen unbeschwerten und konstruktiven Dialog mit den Regierungsbehörden, um so zu einer Lösung der verschiedenen Probleme zu gelangen, die die katholische Gemeinde betreffen, und die ersehnte Normalisierung der Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und der Regierung der Volksrepublik China herbeizuführen – in der Gewissheit, dass die Katholiken gerade dadurch, dass sie ihren Glauben frei bekennen und ein großzügiges Lebenszeugnis geben, als gute Staatsbürger zum Gemeinwohl des chinesischen Volkes beitragen.

Samstag, den 30. Juni 2007

[ZENIT-Übersetzung des italienischen vom Heiligen Stuhl veröffentlichten Originals]