Erlösung – der Weg zur Auferstehung

„Wenn euch also der Sohn befreit, dann seid ihr wirklich frei“ (Joh 8,36)

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WIEN, 20. März 2008 (ZENIT.org).- Brauchen wir Erlösung? Wir können doch alles selber machen, uns selber zur Freiheit verhelfen. Wer braucht noch einen Gott, der ihn erlöst und befreit?

Doch bei der Frage nach der schwersten Last in unserem Leben stehen wir immer wieder bei einem Thema an: der Schuld. Wer Schuld auf sich geladen hat, verliert an Unbeschwertheit; da ist eine Last, die zu Boden drückt. Es ist die schwerste Last, die wir zu tragen haben. Wer kann uns davon erlösen? Und wie?

Das Evangelium gibt uns den Schlüssel in die Hand: Jesus Christus, der Sohn Gottes, der uns geliebt und sich für uns hingegeben hat als Gabe und als Opfer, das Gott gefällt! (Eph 5,2) Es ist keine Kleinigkeit, Sünden zu vergeben – es ist vergleichbar mit dem Wunder, einen Gelähmten zu heilen: „Was ist leichter, zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben!, oder zu sagen: Steh auf und geh umher?“ ( Lk 5,23) Die schwerste Last, die Schuld, kann also wirklich nur der von uns nehmen, dem alle Macht im Himmel und auf Erden gegeben ist.

Und doch ist es nicht leicht, das zuzulassen. Es bedeutet nämlich, dass wir es zulassen müssen, dass Jesus Christus in unser Leben kommt. Dass wir es annehmen müssen, dass er für unsere Sünden den höchsten Preis bezahlt hat, indem er, Gott, den schändlichsten Tod auf sich genommen hat: den Tod am Kreuz. Und dass wir es waren, die all das verschuldet haben, wessen wir insbesondere in den Kartagen gedenken.

Aber wenn wir das annehmen können, dann ist der Weg zur Erlösung schon beschritten. Dann kommt die Reue über unsere Sünden und damit sind auch Sinn und Sehnsucht nach der heiligen Beichte greifbar – dieser Begegnung mit dem lebendigen Gott, der uns die schwerste Last von unseren Schultern nimmt, unsere Schuld.

So möchte der Herr uns erlösen und uns ein Leben in Fülle schenken. Dieses Leben in Fülle finden wir, wenn wir von aller Schuld erlöst sind. Also, wenn wir uns in jedem Augenblick für das Gute entscheiden. Das bedeutet, dass wir immer mehr auslassen, was wir wollen, und immer mehr den Willen Gottes suchen. Das führt uns wirklich in die Freiheit, denn Gott ist die Liebe. Sein Wille ist, dass wir ganz die Liebe leben und uns in jedem Augenblick für sie entscheiden.

Papst Benedikt XVI. sagt uns: „Nur der Liebende findet das Leben. Und Liebe verlangt immer das Weggehen aus sich selbst, verlangt immer, sich selber zu lassen. Wer umschaut nach sich selbst, den anderen nur für sich haben will, der gerade verliert sich und den anderen. Ohne dieses tiefste Sich-Verlieren gibt es kein Leben. Die rastlose Gier nach Leben, die die Menschen heute umtreibt, endet in der Öde des verlorenen Lebens. »Wer sein Leben um meinetwillen verliert ...«, sagt der Herr: Ein letztes Loslassen unserer Selbst ist nur möglich, wenn wir dabei am Ende nicht ins Leere fallen, sondern in die Hände der ewigen Liebe hinein. Erst die Liebe Gottes, der sich selbst für uns und an uns verloren hat, ermöglicht auch uns, frei zu werden, loszulassen und so das Leben wirklich zu finden.“

Der erlöste Mensch lebt also im Bewusstsein, dass Gott sich erniedrigt hat, Mensch wurde und für uns starb. Und der dankbare Blick auf den Erlöser verwandelt uns.

Durch die Erlösung werden wir zu neuen Menschen – gereinigt von Sünden und Fehlern, denn das Blut Christi hat eine gewaltige Kraft. Der erlöste Mensch ahmt diese vollkommene Liebe und die Hingabe, die der Herr uns vorgezeigt hat, nach. Durch die Gnade Gottes versucht er, sich in jedem Augenblick für die Liebe zu entscheiden: Das macht ihn wirklich frei und verleiht ihm Flügel!

Von Johanna Hulatsch