Ernst von Freyberg ad interim zum Generaldirektor des IOR ernannt

Zusammenfassung - Pressemitteilung des Vatikans vom 1. Juli 2013

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 497 klicks

Der Direktor des IOR (Istituto per le Opere di Religione), Comm. Paolo Cipriani, und der stellvertretende Direktor, Dr. Massimo Tulli, traten, wie der Pressesaal der Vatikans am 1. Juli mitteilte, von ihren Ämtern zurück. Die Entscheidung sei im Interesse des IOR und des Heiligen Stuhls gefällt und vom Aufsichtsrat und der Kardinalskommission angenommen worden. Ad interim werde mit sofortiger Wirkung der Präsident der IOR, Ernst von Freyberg, die Aufgaben des Generaldirektors übernehmen.

Das IOR wurde 1942 auf päpstlichen Beschluss gegründet, den Heiligen Stuhl und der Katholischen Kirche in der ganzen Welt zu dienen. Die „governance“-Struktur setzt sich aus einer Kardinalskommission, einem Prälaten, einem Aufsichtsrat und einer Direktion zusammen. Das IOR hat seinen Sitz im Staat der Vatikanstadt und verfügt über 114 Mitarbeiter. Aufgabe des IOR ist es, das Vermögen einer klar umrissenen Gruppe physischer und juristischer Personen, die gemäß dem kanonischen Recht oder dem Recht des Staates der Vatikanstadt der Katholischen Kirche angehören, zu schützen.

Rolando Marranci, der für ein bekanntes italienisches Bankinstitut in London als Chief Operating Officer tätig war, werde die Position des stellvertretenden Direktors bekleiden. Antonio Montaresi werde die neu geschaffene Position eines Chief Risk Officers übernehmen. Montaresi arbeitete in der Vergangenheit bei verschiedenen Banken in den USA als Chief Risk Officer und Chief Compliance Officer.

Präsident Ernst von Freyberg erklärte: „Seit 2010 arbeiten die IOR und die Direktion ernsthaft zusammen, um die Strukturen und Verfahren dem internationalen Standard im Kampf gegen die Geldwäsche anzupassen. Obgleich wir uns über die erzielten Ergebnisse freuen, zeigt sich heute deutlich, dass wir eine neue Direktion benötigen, um das Tempo des Umgestaltungsprozesses zu beschleunigen. Die bisher erreichten Fortschritte sind der kontinuierlichen Unterstützung der Institutsorgane und seiner Mitarbeiter zu verdanken.”

Im Mai hatte der Präsident des Aufsichtsrats die Promontory Financial Group unter der Leitung von Elizabeth McCaul, Partner-in-charge des New York Office und Chief Executive Officer der Promontory Europe, und von Raffaele Cosimo, Chief Operating Officer von Promontory Europe beauftragt, in sieben Arbeitsschritten das Anti-Geldwäsche-Programm des Instituts zu optimieren. Außerdem hatte Ernst von Freyberg Elizabeth McCaul und Raffaele Cosimo die umfassende Kompetenz eines Senior Advisors übertragen.

Der Aufsichtsrat hat bereits ein Verfahren eingeleitet, um schnellstmöglich einen neuen Generaldirektor und stellvertretenden Direktor zu ernennen.