Erste Bischofsweihe von Papst Franziskus

Beim Bischofsamt geht es nicht um Ehre, sondern um einen Dienst

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 474 klicks

Gestern vollzog Papst Franziskus seine erste Bischofsweihe um 16.30 Uhr im Petersdom. Es handelt sich bei den zwei neuen Bischöfen um den 58jährigen Franzosen Jean-Marie Speich und den 55jährigen Italiener Giampiero Gloder. Speich wurde die Aufgabe des Nuntius von Papst Franziskus in Ghana übertragen, Gloder ist neuer Leiter der vatikanischen Diplomaten-Akademie in Rom. Papst Franziskus fügte der traditionellen Predigt einige persönliche Aspekte hinzu.

Papst Franziskus unterstrich besonders, dass das Bischofsamt keine Ehre sei, sondern ein Dienst, denn Bischöfe sollten in erster Linie Diener sein. Als Bischöfe komme ihnen die Aufgabe zu, zu dienen und nicht zu dominieren. In diesem Zusammenhang erinnerte er an die Worte Christi: „Wer der Größte unter euch ist, werde zum Kleinsten. Und der der regiert, werde so wie derjenige, der dient.“ Als Bischöfe seien sie ausnahmslos immer im Dienst. Er legte den Neugeweihten überdies nahe, das Gebet nicht zu vernachlässigen.

„Denkt doch einmal an den ersten Streit in der Kirche von Jerusalem, als die Bischöfe so hart gearbeitet hatten, um Witwen und Waisen zu betreuen. Da haben sie beschlossen, Diakone einzusetzen. Und warum? Um selbst beten und das Wort verkünden zu können. Ein Bischof, der nicht betet, bleibt auf halbem Weg stehen. Und wenn er nicht zum Herrn betet, wird er schließlich weltlich.“

Die Nächstenliebe spiele dabei eine besondere Rolle, da den Bischöfen viele Menschen anvertraut seien, vor allem Priester und Diakone.

„Das sind eure Mitarbeiter, die Nächsten der Nächsten für euch! Nie einen Priester warten lassen... er bittet um ein Gespräch? Sofort antworten! Seid ihnen nahe. … Erinnert euch an die Worte Christi an die Jünger: ‚Wer euch hört, hört mich; wer euch missachtet, missachtet mich und wer mich missachtet, missachtet denjenigen, der mich geschickt hat.‘ “ 

Er unterstrich, dass es Christus sei, der durch das Amt des Bischofs fortfahre, das Evangelium der Rettung zu verkünden. Dabei sei der Bischof das Verbindungsglied zu den Sakramenten des Glaubens. In dem Wissen und der Besonnenheit des Bischofs führe Christus das Volk Gottes zur ewigen Glückseligkeit.