Erste christliche Eingeborene Nordamerikas wird heiliggesprochen

Vorbild für Reinheit, Glauben und Liebe

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ROM, 21. Februar 2012 (ZENIT.org). – Die selige nordamerikanische Indianerin Kateri Tekakwitha (1656 – 1680), die auch als „Lilie der Mohawk“ bezeichnet wird, wird am 21. Oktober 2012 von Papst Benedikt XVI. heiliggesprochen. Sie ist damit die erste nordamerikanische Indianerin, die kanonisiert wird.

1656 wurde sie als Tochter des Mohawk-Häuptlings Kenneronkwa und der katholischen Algonquin-Squaw Tagaskouita im heutigen US-Bundesstaat New York geboren. In ihrer Jugend erkrankte sie an Pocken, die Zeichen dieser Krankheit trug sie ihr Leben lang im Gesicht. Kateri entschied sich gegen den Willen ihrer Verwandten -die Eltern waren früh verstorben- für das Christentum und für ein jungfräuliches Leben, weshalb sie mehrfach eine Verheiratung ablehnte.

Daraufhin wurde sie von ihren Verwandten schwer misshandelt und musste in ein katholisches Indianerdorf in die Nähe von Montreal fliehen. Dort legte sie im Jahr 1679 ein Enthaltsamkeitsgelübde ab und widmete ab diesem Zeitpunkt ihr Leben dem Dienst an den Alten, Kranken und Kindern.

Durch Entbehrungen und asketische Lebensweise geschwächt starb Kateri Tekakwitha am 17. April 1680 im Alter von nur 24 Jahren, drei Jahre, nachdem sie getauft worden war, und wurde am 22. Juni 1980 von Johannes Paul II. seliggesprochen. Sie wird besonders im Heiligtum von Kahnawake bei Montreal verehrt, wo sie auch beigesetzt ist. Kahnawake ist ein Reservat, in dem noch ungefähr 7300 Mohawk-Indianer leben. 

Am 19. Dezember 2011 gab Papst Benedikt XVI. die Anerkennung eines Wunders bekannt, das auf ihre Fürsprache zurückzuführen ist. Ihr liturgischer Gedenktag ist der 17. April, in Amerika der 14. Juli.

Ihre Lebensbeschreibung „Das Mädchen der Mohawks“, verfasst vom Jesuitenpater Franz Weiser, kann beim Freundeskreis Maria Goretti (FMG) zum Selbstkostenpreis angefordert werden. Weitere Informationen hier. [jb]

Buchtipp: Franz Weiser, Das Mädchen der Mohawks, Christiana-Verlag 1987