Erste Phase der apostolischen Visitation in Irland abgeschlossen

Abschließender Bericht Anfang 2012 erwartet

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VATIKANSTADT, Mittwoch, 8. Juni  2011 (ZENIT.org). - Die erste Phase der Untersuchungen zu den Missbrauchsfällen in Irland ist abgeschlossen; es sind keine weiteren apostolischen Besuche in Diözesen oder Seminaren vorgesehen.

Wie der Vatikan an diesem Montag mitteilen ließ, wird ein abschließender Bericht der apostolischen Visitation Anfang 2012 veröffentlicht werden.

In dem Kommuniqué heißt es, dass die Visitatoren ihre Berichte zur Auswertung an ebenfalls einbezogene  vatikanische Dikasterien  weitergeleitet haben.

„Seitens der Kongregation für die Bischöfe und der Kongregation für das Katholische Bildungswesen sind in den Diözesen und Seminaren Irlands keine weiteren apostolischen Besuche vorgesehen“, erklärte der Vatikan und betonte, dass sich die Visitatoren  bereits „ein ausreichendes Bild von der Situation der Kirche in Irland hinsichtlich der Untersuchungsmaterie“ gemacht hätten.

Die Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens wird  die  bisherige Untersuchungsmethode fortführen, heißt es in der Erklärung.  Die Verantwortlichen der Dikasterien hätten die Fragebögen, die an alle religiösen Institute und Häuser in Irland versandt worden waren, ausgewertet, es würden Besuche in einigen dieser Gemeinschaften folgen.

In den nächsten Monaten wird der Vatikan Leitlinien zur spirituellen Erneuerung für die Bischöfe und Geistlichen vorstellen.

Ein  Geschenk

In der vergangenen Woche hatte der Erzbischof von Dublin, Diarmuid Martin , seine „Ungeduld“ hinsichtlich der Visitationsergebnisse ausgedrückt.

Während eines Vorbereitungstreffens der internationalen Delegierten für den Eucharistischen Kongress 2012, der in der Hauptstadt Irland stattfinden wird, erklärte er am Donnerstag: „ Ich bin ungeduldig und möchte wissen, wie der Weg aussieht, der nach der apostolischen Visitation zur Erneuerung der Kirche in Irland vorgeschlagen wird, die Art und Weise, wie  unsere  Erneuerung definitiv Gestalt annimmt.“

 „Gleichzeitig werde ich immer ungeduldiger über die Langsamkeit des Prozesses, der bereits vor einem Jahr begonnen hat. Das ist keine Kritik am Heiligen Vater, sondern ein Appell an seine Mitarbeiter“, fügte er hinzu.

Die Worte von Erzbischof Martin sind im Zusammenhang mit seinen Reflexionen zu den großen Änderungen in der Kultur Irlands der letzten Jahrzehnte zu sehen. „Die Säkularisierung der Kultur in Irland ist weit fortgeschritten“, erklärte er.

In dieser Hinsicht sei „das Engagement des Papstes für die Kirche Irlands bemerkenswert“.

Er bekannte: „Ich hatte mir bloß eine Unterstützung seinerseits durch seine Lehre und seine persönliche Unterstützung für meine Mission erhofft.“

„Der Rhythmus der religiösen kulturellen Veränderungen in Irland ist so, dass, je später  die Ergebnisse der apostolischen Visitation verkündet werden, die Gefahr von falschen Erwartungen steigt und diejenigen ermutigt werden, die einer Untätigkeit hinsichtlich der Reform den Vorzug geben. Umso größer wird also die Bedrohung für die Wirksamkeit dieses unermesslichen  Geschenks des Heiligen Geistes an  die Kirche Irlands “, fügte er hinzu.

Papst Benedikt XVI. hatte die apostolische Visitation in einem pastoralen Brief an die Katholiken Irlands am 19. März 2010 angekündigt.

Die Visitatoren hatten drei Aspekte zu untersuchen: die wechselseitigen Beziehungen der Mitglieder der lokalen Kirche, der Seminare und religiösen Gemeinschaften, um sie auf ihrem Weg zu einer tiefen spirituellen Erneuerung zu unterstützen, die bereits von der Kirche Irlands angestrebt wird; die Wirksamkeit der Verfahren, die als Reaktion auf die Missbrauchsfälle gewählt worden sind; die effektive Unterstützung der Missbrauchsopfer. 

[Übersetzung aus dem Italienischen von Maria Raphaela Hölscher]