Erste Priesterweihe von Benedikt XVI.: Eucharistie und Buße können die Welt umgestalten

Eucharistiefeier am Pfingstsonntag im Petersdom

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ROM, 16. Mai 2005 (ZENIT.org).- Bei seiner ersten Priesterweihe ermutigte Papst Benedikt XVI. die 21 Neupriester der Diözese Rom am Pfingstsonntag im Petersdom dazu, in die Welt hinauszugehen, um das Evangelium vor allem durch die Spendung des Eucharistie- und des Bußsakraments zu verkünden.



Die Kirche "muss wieder zu dem werden, was sie bereits ist: Sie muss die Grenzen zwischen den Völkern aufstoßen und die Schranken zwischen Klassen und Rassen abreißen". Mit diesen Worten umriss der Heilige Vater in seiner Predigt im Petersdom die Wesenszüge der Kirche. Er erinnerte auch daran, dass es in ihr niemanden geben dürfe, der vergessen oder verachtet würde, und er erbat eine neue Ausgießung des Heiligen Geistes, damit "diese Grenzen, die wir Menschen unermüdlich zwischen uns errichten", tatsächlich aufgestoßen würden.

Die 21 neuen Priester im Alter zwischen 26 und 55 Jahren stammen aus neun Ländern dreier Kontinente, aus Italien (11), Bolivien (2), Uruguay, Costa Rica, Peru, Irland, Rumänien, Kenia, Angola and Nigeria.

Sie lud der Heilige Vater dazu ein, die Welt mit Hilfe der Sakramente der Eucharistie und der Buße umzugestalten, deren Spender sie nach ihrer Priesterweihe seien: Im Namen Jesu "könnt Ihr sagen: 'Das ist mein Leib', 'Das ist mein Blut'. Lasst Euch jedes Mal von neuem von der Lebensgemeinschaft mit Christus in der heiligen Eucharistie fesseln", riet ihnen Benedikt XVI.

"Betrachtet es als den Höhepunkt eines jeden Tages, die Messe würdevoll feiern zu dürfen. Führt die Menschen wieder zu diesem Geheimnis hin. Helft ihnen, bei der Eucharistie anzufangen, damit sie von dort den Frieden Christi in die ganze Welt tragen können", ermutigte der Bischof von Rom. Um diesen Auftrag zu erfüllen, werde den Priestern auch die "Macht der Vergebung" verliehen: "Das Sakrament der Buße ist eines der großen Schätze der Kirche, denn nur über die Vergebung kann die echte Erneuerung der Welt wirksam werden. Nichts kann die Welt verbessern, wenn das Böse nicht bewältigt wird. Und das Böse kann nur durch eine Vergebung bezwungen werden, die wirksam ist. Aber eine solche Vergebung – eine, die das Böse nicht nur mit Worten wegnimmt, sondern es wirklich verwandelt – kann uns nur durch den Herrn geschenkt werden."

Nach der Predigt knieten sich die 21 Diakone vor dem Papst hin, der ihnen nacheinander die Hände auflegte und das Weihegebet sprach.

Nach der Eucharistiefeier erschien der Heilige Vater am Fenster seines Arbeitszimmers, um mit rund 50.000 Pilgern, die sich auf dem Petersplatz versammelt hatten, das Gebet des "Regina Caeli" zu beten, das in der Osterzeit den "Angelus" ersetzt.

Nach einer kurzen Entschuldigung über seine geringfügige Verspätung stellte der Papst in einer kurzen Ansprache eine Verbindung zwischen Pfingsten und der soeben erfolgten Priesterweihe her. Er erinnerte alle daran, dass die Kirche "ohne Heiligen Geist nur eine rein menschliche Organisation" bliebe, "die unter dem Gewicht ihrer eigenen Strukturen zu leiden hätte.

Aber in den Plänen Gottes bedient sich normalerweise der Geist der menschlichen Vermittlung, um in der Geschichte zu wirken." Aus genau diesem Grund habe Christus seine Kirche auf dem Fundament seiner um Petrus gesammelten Apostel errichtet.

Der Heilige Vater bat abschließend darum, dass die kirchliche Gemeinschaft immer offen und gehorsam sei "gegenüber dem Wirken des Heiligen Geistes, damit sie unter den Menschen ein glaubhaftes Zeichen und ein wirksames Instrument des göttlichen Wirkens ist".

Auf Italienisch und Deutsch begrüßte er nach dem gemeinsamen Mariengebet die vielen Gläubigen. Einen besonderen Gruß richtete er an eine Gruppe von Jugendlichen der Gemeinschaft "Sant' Egidio" aus Deutschland.