Erste Stellungnahme des neuen Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre

Erzbischof Levada: "Ich bitte alle (…) inständig darum, für mich zu beten"

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SAN FRANCISCO, 17. Mai 2005 (ZENIT.org).- Seine Ernennung zum neuen Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre sei "eine Anerkennung für die Kirche in den Vereinigten Staaten", erklärt Erzbischof William Levada von San Francisco.



In einer am vergangenen Freitag veröffentlichten Stellungnahme bedankt sich Erzbischof Levada zuallererst bei Papst Benedikt XVI. für dessen großes Vertrauen. Dieser habe ihn zu jenem Amt berufen, "das er die letzten 24 Jahre selbst so wirkungsvoll ausgeübt" habe. "Ich kann nur sagen, dass ich mein Möglichstes tun werde, um diesem Vertrauenserweis mit der Hilfe Gottes zu entsprechen."

Erzbischof Levada erinnert sich in der Folge an seine persönlichen Begegnungen mit Joseph Ratzinger zurück, der am 19. April 2005 zum Papst Benedikt XVI. gewählt wurde. Er kenne ihn schon seit 1981, "als er in den Vatikan gekommen war, um als neuer Präfekt derselben Kongregation, für die ich damals arbeitete, tätig zu werden". Ein Jahr später sei Erzbischof Levada allerdings wieder in seine Heimaterzdiözese Los Angeles zurückgekehrt.

1987 habe Kardinal Ratzinger ihn zusammen mit anderen sechs Bischöfen dazu ernannt, im Redaktionskomitee mitzuarbeiten, das im Auftrag von Papst Johannes Paul II. den "Katechismus der Katholischen Kirche" erarbeiten sollte. Zu den Aufgaben gehörte es, "die Rohfassung des Katechismus vorzubereiten, die Stellungnahmen der Bischöfe und vieler Gelehrter auf der ganzen Welt einzuholen und unter der Leitung einer Kommission von zwölf Kardinälen, deren Präsident Kardinal Ratzinger war, den Schlusstext zu entwickeln."

Erzbischof Levada und seine Mitarbeiter seien dankbar dem jetzigen Papst sehr dankbar gewesen, wenn er zu ihnen kam, um mit ihnen zu diskutieren – "wegen seines Wissens und seiner Ermutigung, und wegen seines echten Teamgeists".

Seit dem Jahr 2000 war Erzbischof Levada Mitglied der Kongregation für die Glaubenslehre und habe deshalb Kardinal Ratzinger immer wieder angetroffen.

"Sicherlich ist meine langjährige Vertrautheit mit der Arbeit der Kongregation auch ein Grund dafür, warum er mich gewählt hat. Diese Wahl ist aber auch eine Anerkennung für die Kirche in den Vereinigten Staaten und für unseren bedeutenden Beitrag zur Arbeit der Weltkirche.

Ich hoffe, dass mir meine 22-jährige Erfahrung als Bischof in den USA dabei helfen wird, die Kirche hier beim Heiligen Stuhl gut zu vertreten und die Bande zwischen dem Stuhl Petri und den amerikanischen Bischöfen immer fester werden zu lassen."

Die Kongregation für die Glaubenslehre arbeite in erster Linie daran, "ein korrektes Verständnis der christlichen Glaubensinhalte zu fördern, wie es seit der Zeit Christi durch die Kirche überliefert worden ist, sowie den Papst und die Bischöfe in aller Welt in der heiklen Aufgabe zu unterstützen, fehlerhafte doktrinelle Standpunkte abzuklären, wenn dies für notwendig erachtet wird."

Der aus dem US-Bundesstaat Kalifornien stammende Erzbischof freut sich, seine neue Arbeit als "Dienst am Petrusamt von Benedikt XVI." ausüben zu dürfen, "den Christus berufen hat, dem Volk Gottes – und ganz besonders seinen Bischöfen – auf der ganzen Welt zu dienen".

Zugleich ist er traurig, San Francisco nun den Rücken kehren zu müssen, denn dort habe er beinahe zehn Jahre gearbeitet. "Aber es ist tröstend zu wissen, dass meine Bande mit San Francisco nicht abreißen werden, da ich in meiner neuen Position meine Verbindung mit der Ortskirche durch den offiziellen Titel des emeritierten Erzbischofs von San Francisco beibehalten werde …"

In der ersten Juniwoche möchte sich Erzbischof Levada in Rom einen Überblick über sein neues Aufgabengebiet verschaffen und mit seinen neuen Mitarbeiten zusammentreffen. Nach seinem Rücktritt als Oberhirte von San Francisco, der für den 17. August geplant ist (dem 10. Jahrestag seiner Ernennung zum Erzbischof dieser Stadt), wird er ganz nach Rom übersiedeln.

"Für dieses neue Amt, zu dem er mich berufen hat, erbitte ich die Gnade und den Segen Gottes. Und ich bitte alle, die diese Stellungnahme lesen oder hören, inständig darum, für mich zu beten. Unsere liebe Frau von Fatima, deren Fest die Kirche heute feiert, möge für mich eintreten und mich leiten."