Erster Araber als "Gerechter unter den Völkern" von Israel anerkannt

Der ägyptische Arzt Mohamed Helmy rettete eine Vielzahl jüdischer Freunde

Rom, (ZENIT.org) Maria Gabrielli Filippi | 346 klicks

Der ägyptische Arzt Mohamed Helmy lebte in Berlin, wo er zusammen mit seiner Verlobten und späteren Frau Frieda Szturmann eine jüdische Familie vor dem Holocaust rettete, indem er sie in seiner Lagerhalle versteckte. Dies ist der bewegende und einzigartige Fall des ersten Arabers, der als „Gerechter unter den Völkern“ von Israel anerkannt wird. Hier ist Yad Vashem auf der Suche der Familienangehörigen, um die Medaille zu übergeben, wenige Tage nach der Anerkennung des gleichen Titels an die italienische Radsportlegende Gino Bartali.

„Da er nicht zur arischen Rasse gehörte, hatte er nicht das Recht, als Arzt zu arbeiten, noch das Recht, die deutsche Verlobte zu heiraten“; aus diesem Grund wurde Dr. Helmy vom Robert Koch Institut entlassen, wo er bis 1937 arbeitete; 1939 wurde er verhaftet und nach einem Jahr aus gesundheitlichen Gründen wieder freigelassen.

Von den Rassengesetzen als Erbe von Cam, dem Sohn des Noah bezeichnet, hörte Helmy nicht auf, die blutige Politik der Nazi anzuprangern, obgleich er immer unter Beobachtung stand, und er kämpfte dafür, seinen jüdischen Freunden zu helfen.

„Ich werde ihm bis in alle Ewigkeiten dankbar sein“, sagt Anna Boros, die damals 21jährige, eine Freundin der Familie, die in der Lagerhalle in einem Vorort Berlins versteckt war. Immer wenn sich die Gefahr näherte, wurde sie von Freunden des Arztes als Cousine aus Dresden beherbergt. Auch der Mutter Annas, Julie, der Großmutter Cecilie Rudnik, so wie ihrem Stiefvater Georg Wehr wurde auf die gleiche Art geholfen. Als der Stiefvater in die Hände der Nazis geriet, verriet er unter Folter, wo sich die Stieftochter befand, während der Arzt sie in die Wohnung der deutschen Verlobten brachte, die auch eine „Gerechte unter den Völkern“ ist. Der deutschen Polizei zeigte er einen Brief, in dem Anna geschrieben hatte, sie befände sich mit einer Tante in Dessau. Am Ende des Krieges emigrierte sie in die Vereinigten Staaten und ihre an den Senat in Berlin gerichteten Briefe dienten als Beleg für die Heldentaten derjenigen, die um sie zu retten ihr Leben riskierten.

Vor dem Auswahlgremium liegen weitere Geschichten von Arabern, die sich um die Rettung von Juden während des zweiten Weltkriegs verdient gemacht haben: Taieb el-Okbi, Muslimischer Führer und Reformer in Algerien; Mohammed Chenik, der viele Juden aus Lagern in Tunesien rettete; der Algerier Si Kaddour Benghabrit, Imam der Moschee von Paris, der viele Juden versteckte, indem er sie als Muslime ausgab; Khaled Abdelwahab, der eine jüdische Frau vor einer Vergewaltigung rettete und sie mit ihrer Familie auf seinem Hof bis zum Ende der deutschen Besetzung von Tunesien versteckte; Si Ali Sakkat, der 60 Juden auf der Flucht Asyl gab.

Wenn einige Muslime, die die Erinnerung an die Rettungsaktionen während des Holocaustes behalten haben, heute von ihren eigenen Gemeinden ausgegrenzt werden, ist die Medaille von Mohamed Helmy ein historischer Schritt der dabei hilft, gefährliche Stereotypen aufzulösen, die auf politischen Ungleichgewichten im Mittleren Osten beruhen.