Erster Todestag von Kardinal Carlo Maria Martini

Tausende von Gläubigen im Dom von Mailand

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 306 klicks

Am Samstagabend hielt der derzeitige Erzbischof von Mailand, Kardinal Angelo Scola, gemeinsam mit zwei weiteren Kardinälen, 16 Bischöfen aus Mailand und der Lombardei sowie über 200 Priestern im Dom von Mailand eine Messe anlässlich des ersten Todestages des ehemaligen Erzbischofs von Mailand Carlo Maria Martini ab. Etwa 10.000 Gläubige nahmen an der Feier teil und hatten Schwierigkeiten, im Dom Platz zu finden.

In seiner Predigt dankte Kardinal Scola für das Gute, das Martini während seiner Amtszeit geschafft und geleistet habe. Seine stetige Anteilnahme an den Menschen erwecke noch immer Hoffnung, die nicht enttäuscht werde. Martini habe diese Hoffnung verkörpert, die er aus dem Glauben gewonnen habe, der auf der Auferstehung Christi basiere. Scola kommentierte einen Text aus dem ersten Brief an die Gläubigen Martinis, in der der Kardinal den Menschen als offen für das Geheimnis des Glaubens, gleichzeitig aber als exzentrisch und unbefriedigt bezeichnet. Kardinal Martini gehe in seinem Text auf ein ähnliches Menschenbild ein, wie dies Papst Franziskus beschreibe: ein Mensch auf der Suche nach Antworten, am Rande der „existentiellen Peripherie“. Auf die Fragen des Menschen von heute antworten zu können, sei der zentrale Punkt in Kardinal Martinis Schaffen gewesen, so Scola, und spiegle seine Persönlichkeit. Die Komplexität seines Wesens und seiner Lehre würden auch heute die Menschen bewegen und ansprechen.

Am Ende der Messe begab sich Kardinal Scola gemeinsam mit den anderen Konzelebranten in einer Prozession zum Grab Martinis, dem Altar des Kreuzes des Heiligen Karls, wo er das Grab segnete und betete.