Erstes muslimisch-christliches Symposium der Fokolar-Bewegung

"Wer ist Gott für uns?"

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ROM, 2. Mai 2005 (ZENIT.org).- Zum Thema "Wer ist Gott für uns?" veranstaltete die Fokolar-Bewegung von 24. bis 27. April ihr erstes muslimisch-christliches Symposium, zu dem 200 Teilnehmer aus 33 Ländern, davon 100 Muslime, nach Castelgandolfo bei Rom gekommen waren.



In einem Vortrag zeichnete Bischof Michael Fitzgerald, Präsident des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog, am vergangenen Dienstag die einzelnen Etappen des interreligiösen Dialogs während des 26-jährigen Pontifikats von Papst Johannes Paul II. nach. In zahlreichen Wortmeldungen drückten im Anschluss daran die muslimischen Teilnehmer ihre tiefe Wertschätzung und Dankbarkeit gegenüber dem verstorbenen polnischen Papst und der Arbeit des Päpstlichen Rates aus.

Zur Eröffnung des Symposiums wurde eine Grußbotschaft der 1920 geborenen Gründerin und Präsidentin der Fokolare, Chiara Lubich, verlesen. Persönlich anwesend war der leitende Iman der Moschee des Königs von Saudi Arabien in Spanien, Alla Bachar, der in Castelgandolfo Begrüßungsworte sprach.

Zu den Themen, über die sich christliche und muslimische Theologen und Gelehrte im Rahmen des Symposiums austauschten, gehörten: "Das Wesen des 'Ibada' (Glaube-Anbetung) im Islam" und "Der Gott, der Liebe ist, im Christentum" , "Der Glaube an Gott", die Erfahrung der Gegenwart Gottes in den muslimischen und christlichen Gemeinschaften sowie die Frage nach der Bedeutung des Schmerzes. Mit besonderer Aufmerksamkeit wurde das Video-Referat von Chiara Lubich mit dem Titel "Die Einheit mit Gott" aufgenommen.

Die 200 Teilnehmer kamen unter anderem aus Algerien, Libanon, Türkei, Jordanien, Pakistan, Indonesien, Kanada, USA und Brasilien. Sie alle nahmen zum Abschluss der Tagung an der ersten Generalaudienz von Papst Benedikt XVI. auf dem Petersplatz teil.

Die Fokolar-Bewegung gehört zu den neuen geistlichen Aufbrüchen, die in den letzten 60 Jahren aus den christlichen Kirchen hervorgegangen sind. Sie ist 1943 in Trient (Italien) entstanden und mittlerweile in mehr als 180 Ländern der Welt vertreten. Ihr Ziel ist es, den Geist der Brüderlichkeit und der Einheit in Kirche und Gesellschaft zu verstärken und ihn in alle Bereiche des menschlichen Lebens hineinzutragen.

Neben dem Engagement in der Ökumene setzt sich die Fokolar-Bewegung unter anderem für einen Dialog unter den Religionen ein. Eine Frucht dieses Dialogs soll es sein, dass die Wurzeln des je eigenen Glaubens in den Vordergrund treten und vertieft werden. Geschätzte 30.000 Angehörige der verschiedenen Weltreligionen zählen zu den Freunden der Fokolar-Bewegung, darunter einige Tausend Muslime.