Erstes Treffen der Rechtsberater der Bischofskonferenzen Europas

Die Begegnung fand vom 12. bis 14. September in Straßburg statt

Straßburg, (CCEE) | 303 klicks

Im Mittelpunkt der in Straßburg versammelten Rechtsberater der Bischofskonferenzen, die sich vom 12. bis 14. September 2013 zum ersten Mal trafen, stand die Arbeit des Europarates, im Besonderen im juristischen Bereich. Ziel war es die europäischen Institutionen besser kennen zu lernen und zusammen mit Funktionären aus Straßburg die gemeinsame Sorge um das echte spirituelle, politische und soziale Wohl der Menschen unseres Kontinents zu erörtern und sich darüber auszutauschen.

Über 30 ist die Zahl der Delegierten aus 22 Bischofskonferenzen Europas, die der Einladung des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) für ein erstes gemeinsames Treffen, nachgekommen sind.

Die Zusammenkunft war in erster Linie als eine Gelegenheit zum informellen Austausch und zur Diskussion über Themen und Herausforderungen gedacht, mit denen sich die Kirche in unserem Kontinent konfrontiert sieht. Es fand in Straßburg statt, dank der Unterstützung der Ständigen Vertretung des Heiligen Stuhls beim Europarat. So konnte diese und auch andere, mit ihr verbundene europäische Institutionen wie der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte näher kennen gelernt werden.

Am Austausch haben auch Vertreter von Comece teilgenommen sowie der Ständigen Vertretung des Heiligen Stuhls beim Europarat und bei den Vereinten Nationen in Genf und der Nationalreferent des Heiligen Stuhls für hassmotivierte Kriegsverbrechen beim ODIHR/OSZE. Im Rahmen der Zusammenkunft haben die Teilnehmer Msgr. Jean-Pierre Grallet, Erzbischof von Straßburg, und den Direktor der Generaldirektion für Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit, Dr. Jan Kleijssen, getroffen sowie Juristen aus Botschaften von Mitgliedsländer des Europarates und Mitglieder der Kanzlei des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte.   

Menschenrechte. Straßburg, ein Ort, an welchem viele „kulturbildende“ Dokumente ausgearbeitet werden, war also der Austragungsort, an welchem, mit Rechtsexperten der Bischofskonferenzen die Grundlagen der Menschenrechte erörtert wurden. Es wurde daran erinnert, dass diese auf die Würde der Person gründen und es so leicht verständlich wird, dass jeder die Verantwortung trägt, die Rechte und die Würde aller und eines jeden Einzelnen zu verteidigen. 

Religionsfreiheit.
 In diesem Jahr fanden an verschiedenen Schauplätzen Europas zahlreiche Feierlichkeiten zum 1700jährigen Jubiläum des Edikts von Mailand statt. So wurde auch bei der Zusammenkunft in Straßburg dem Thema der Religionsfreiheit, in ihren vielen Facetten (Verweigerung aus Gewissensgründen, Meinungsfreiheit, konfessionsgebundener Religionsunterricht) viel Raum geschenkt.

Die Tatsache, dass Religion eine immer größere öffentliche Relevanz im Leben und im Bewusstsein der europäischen Bürger einnimmt, wurde durch die verschiedenen Zeugnisse sehr deutlich. Es ist ein großer Anstieg an gesetzlichen Einschränkungen festzustellen, die von EU Mitgliedsländern erlassen werden und vom ODICE registriert wurden (Observatory on discrimination and intolerance against Christians in Europe); angestiegen sind auch die Rekurse, die an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gerichtet werden.

Die Teilnehmer haben des Öfteren die Gelegenheit ergriffen, den Rat dazu aufzufordern, sich immer mehr für den Schutz der Religionsfreiheit einzusetzen. Ihrerseits, hat die Kirche in Erinnerung gerufen, sei sie immer am Dialog und an der Zusammenarbeit interessiert, wenn es darum gehe, die Menschenrechte zu schützen und so ihren spezifischen Beitrag zu leisten, auch wenn dies mitunter bedeute, gegen den Strom schwimmen zu müssen.