Erwähnen wir nach dem 28. Februar Papst Benedikt XVI. im Messkanon?

Auf die Frage antwortet P. Edward McNamara, L.C., Professor für Theologie und spiritueller Begleiter

Rom, (ZENIT.org) | 1721 klicks

Ein englischsprachiger Leser richtete die folgende Frage an P. Edward McNamara:

Erwähnt man nach dem 28. Februar und vor der Wahl des neuen Papstes Papst Benedikt XVI. im Messkanon? Ich denke, dass man sich wie beim Tod des Papstes verhalten muss, dass heißt, man erwähnt ihn nicht, sondern den Ortsbischof. – E.R., Keimoes, Südafrika

Die Ansicht unseres Lesers ist richtig. Auch wenn – Gott sei Dank – Benedikt XVI. noch unter uns weilen wird, wird der Heilige Stuhl ab Donnerstag, den 28. Februar, 20.00 Uhr (römische Ortszeit; in New York wird es 14.00 Uhr sein und in Sydney 4.00 Uhr am Freitag, den 1. März) vakant sein. Was die Frage betrifft, ob der Papst im Messkanon zu erwähnen sei, geben die liturgischen Handbücher jüngeren Datums keine detaillierten Informationen, zwar in den vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil erschienenen Handbüchern lassen sich Hinweise zu seltenen liturgischen Fragen finden.

In diesem Fall wird während der Vakanz der Name des Heiligen Vaters, und zwar der gesamten Phrase, die sich auf den Papst bezieht, im Eucharistischen Gebet ausgelassen. Es werden deshalb allein der Ortsbischof und der Klerus gemäß der Schriftform jedes Gebets erwähnt. Zum Beispiel muß es im zweiten Eucharistischen Gebet heißen: „vereint mit … unserem Bischof N. und dem ganzen Klerus“

In der Diözese Rom heißt es: „vereint mit … dem ganzen Klerus“. Auch wenn der Kardinalvikar von Rom und die Weihbischöfe in ihren Ämtern bleiben, ist ihre kollektive Erwähnung freigestellt. Ein analoges Vorgehen erfolgt in jeder Diözese nach dem Tod oder dem Rücktritt des lokalen Ordinarius'. Während der Vakanz des Bischofssitzes wird die Phrase „unser Bischof N.“ ebenfalls einfach ausgelassen. Erwähnt wird aber ein apostolischer Administrator, jedoch kein vorübergehender Administrator aus der Diözese. In dem Fall, dass sowohl die Diözese als auch der Heilige Stuhl vakant sind, verfahren die Priester wie in der Diözese Rom, das heißt, sie lassen beide Namen aus.