Erzbischof Antonelli (Florenz), neuer Präsident des Päpstlichen Rates für die Familie

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ROM, 9. Juni 2008 (ZENIT.org).- Benedikt XVI. hat den Erzbischof von Florenz, Kardinal Ennio Antonelli, zum neuen Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Familie ernannt. Er folgt dem am 19. April verstorbenen kolumbianischen Kardinal Alfonso López Trujillo.



Kardinal Antonelli wurde vor 71 Jahren in der italienischen Stadt Todi geboren. Er studierte Literaturwissenschaften und unterrichtete anschließend Kunst und Literatur an Höheren Schulen. Antonelli war kirchlicher Assistent der italienischen Vereinigung für katholische Lehrer sowie der Lehrer-Bewegung und der Akademiker innerhalb der Katholischen Aktion Italiens.

Ehe er im Jahr 2001 vom Papst zum Erzbischof von Florenz ernannt wurde, wirkte er als Hirte der Diözesen Gubbio und Perugia. Ab 1995 arbeitete er als Generalsekretär der Italienischen Bischofskonferenz. 2003 wurde ihm die Würde eines Kardinals verliehen.

In einer ersten Reaktion zu seiner Ernennung wies der Erzbischof gegenüber „Radio Vatikan“ auf die „entscheidende Bedeutung“ hin, „die die Familie heute für die Kirche und die Zivilgesellschaft hat“. Seine neue Aufgabe sei deshalb mit einer großen Verantwortung verbunden.

„Die Familie wird heute als Ideal sehr, sehr geschätzt, auch von den Jugendlichen in Europa“, wie aus jüngst veröffentlichten Studien hervorgehe. „Aber gleichzeitig – und das merken wir alle – ist sie sehr bedroht und in einer Krise.“ Er vertraue sich vor allem der Gnade des Herrn an, „um diesen Dienst an der Familie und der Kirche gut verrichten zu können“.

Der Päpstliche Rat für die Familie wurde 1981 von Papst Johannes Paul II. mit dem Motu proprio „Familia a Deo Instituta“ eingrichtet. Das 1973 von Papst Paul VI. gegründete Komitee für die Familie wurde durch die neue Einrichtung ersetzt.

Der Päpstliche Rat kümmert sich um die Förderung der Pastoral und des Apostolats im familiären Bereich. Ziel ist es, den christlichen Familien zu helfen, damit diese ihren erzieherischen und apostolischen Aufgaben gerecht werden.

Außerdem fördert und koordiniert der Rat pastorale Bemühungen, die auf eine verantwortungsvolle Fortpflanzung abzielen beziehungsweise auf den Schutz des menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod.

Seit dem Jahr der Familie 1994 organisiert das Dikasterium zudem die Weltfamilientreffen: Rom (1994); Río de Janeiro (1997); Rom (2000); Manila 2003; Valencia (2006). Gegenwärtig wird die Begegnung in Mexiko-Stadt vorbereitet. Sie wird im Januar 2009 stattfinden (http://www.wmf2009.com).