Erzbischof Celestino Migliore fordert internationale Gemeinschaft zum gemeinsamen Kampf gegen den illegalen Handel mit Leicht- und Kleinkaliberwaffen auf

| 356 klicks

NEW YORK, 12. Juli 2006 (ZENIT.org).- Ein entschlossenes Vorgehen gegen eine globale Kultur der Gewalt forderte Erzbischof Celestino Migliore Ende Juni auf der 60. Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York.



In seinem Beitrag zum Thema des illegalen Handels mit Leicht- und Kleinkaliberwaffen (vgl. Originalansprache auf Englisch) unterstrich der offizielle Vertreter des Heiligen Stuhls die "große Verantwortung" aller UN-Mitgliedsstaaten bei der Umsetzung der im Jahr 2001 vereinbarten Beschlüsse zu diesem Thema.

Der erste und wichtige Schritt in "Richtung einer wirkungsvollen Förderung der Menschenrechte und internationaler humanitärer Gesetzgebung" bestehe darin, dem unerlaubten Waffenhandel Einhalt zu gebieten, denn diese sei stelle für Frieden, Entwicklung und Sicherheit eine Bedrohung dar.

Es handele sich hierbei, so Erzbischof Migliore, um eine Bedrohung, die Konflikte hervorrufe, die aber auch durch Unruhen und das organisierte Verbrechen verursacht werden. Auch das Problem des Terrorismus und der großen Armut, der weite Teile der Weltbevölkerung ausgesetzt seien, führten in der vernetzten und globalisierten Welt von heute zum Aufblühen des Waffenhandels.

Der Vertreter des Papstes verlangte die gemeinsame Bekämpfung des unerlaubten Waffenhandels sowie aller Plagen, die damit verbunden sind: "des Terrorismus, des organisierten Verbrechens und des unerlaubten Handels mit Drogen und Edelsteinen". Dabei gelte es, "die ethischen, sozialen und humanitären Dimensionen dieser Plagen" nicht zu vergessen.

Die großen Nutznießer wirkungsvoller Maßnahmen zur Ausrottung der genannten plagen sind laut Erzbischof Migliore "die armen Länder, die schon so viele Versprechungen in Bezug auf ihr Recht auf Entwicklung gehört haben und nun eine gerechte Verwirklichung fordern".

In diesem Zusammenhang bekräftigte der Vertreter des Vatikans die volle Unterstützung seiner Delegation für die Genfer Erklärung über bewaffnete Gewalt und Entwicklung, die am 7. Juni 2006 angenommen wurde. Damals hatten sich 42 Länder für eine Förderung der Entwicklung einer Kontrollinstanz für Leicht- und Kleinkaliberwaffen entschieden.

Die wesentlichen Aspekte eines diesbezüglichen Aktionsprogramms bestehen für Msgr. Migliore im verstärkten Augenmerk auf die Tatsache, dass es eine "enge Verbindung zwischen Waffen und Gewalttätigkeit, Waffen und Zerstörung, Waffen und Hass und dem sozialen Niedergang der Armen gibt". Darum müssten internationale Programme der Zusammenarbeit und Richtlinien aufgestellte werden, um "angemessene Standards für die Sicherheit des Waffenhandels zu bestimmen und Kriterien für die Waffenausfuhr sowie für die konkrete Vernichtung von Waffen als Bestandteil von Friedensprozessen festzulegen".

Der Heilige Stuhl befürworte die Einrichtung einer offiziellen Instanz, die eine Verstärkung der gesetzlichen Eindämmung des unerlaubten Waffenhandels, eine regionale Mitarbeit sowie regulierte nationale Kontrollen der Waffenproduktion fördern helfe, so Erzbischof Migliore. In einer solchen Organisation müssten die reichen Staaten und die Entwicklungsländer gleichermaßen mit einbezogen sein, aber auch alle Import-, Export- und Durchfahrländer sowie die militärische Industrieanlagen, nichtstaatliche Organisationen und die Zivilgesellschaft.

"Meine Delegation hofft, dass diese gute Idee bald von vielen Mitgliedsstaaten begrüßt wird", erklärte Erzbischof Migliore.

Zum Abschluss seiner Ansprache verwies er auf "die skandalöse Auswirkung dieses Handels auf die Schwächsten in der Gesellschaft, besonders die Kinder". Der Heilige Stuhl lege großen Wert auf die besonderen Bedürfnisse der Kinder, die durch bewaffnete Konflikte gefährdet würden; auf ihre Wiedervereinigung mit ihren Familien, auf ihre Wiedereingliederung in die Gesellschaft und ihre angemessene Rehabilitation. Erzbischof Migliore sprach auch das schwere Schicksal der Kindersoldaten an. Die große Hoffnung des Vatikans in Bezug auf die Eindämmung des illegalen Handels mit Leicht- und Kleinkaliberwaffen und seiner katastrophalen Folgen sei die wirkungsvolle Bündelung aller Kräfte.