Erzbischof Claudio Maria Celli eröffnet Filmfestspiele „Tertio Millennio“ in Rom

Das Kino kann helfen, den Sinn für Werte und die Herausforderungen der Gegenwart zu schärfen

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ROM, 19. Dezember 2007 (ZENIT.org).- Vor Veranstaltern und Teilnehmern des XI. Internationalen Festivals für den spirituellen Film „Tertio Millennio“ in Rom hat Erzbischof Claudio Maria Celli, Präsident des Päpstlichen Rates für die Sozialen Kommunikationsmittel, seine Wertschätzung darüber bekundet, dass in den gezeigten Filmen die „existentielle Krise des Menschen“ und die „Suche nach Identität“, die die Menschen heute so sehr bewege, eindruckvoll aufgearbeitet werde.



In seiner Ansprache zur Eröffnung der Filmfestspiele sprach er von der „großen moralischen Leistung“ der Initiative zur Vertiefung der christlichen Werte im zeitgenössischen Film. Die Filmfestspiele „Tertio Millenio“ und ihr Begleitkongress widmeten sich in diesem Jahr dem Thema „Identität und Auflösung“ und die damit verbundene Krise des Menschen, wie sie im Kino zur Sprache gebracht wird.

Die krisengeschüttelte moderne Welt mit ihren Katastrophen und Kriegen, rüttelt nach Worten des Erzbischofs an den Identität stiftenden Grundlagen. Das konfrontiere das Individuum mit dem Auftrag, neu nach der eigenen Identität zu suchen, die zerbrechlich und fragmentarisch, wie sie geworden ist, fortwährend neu erstehe, umgeformt werde und eine neue Ausrichtung erhalte.

Durch die Medien erführen die Menschen vom Ungleichgewicht des Ökosystems oder von Krisen wie im südsudanesischen Darfur. Kino müsse auch diese Themen aufgreifen, betonte Erzbischof Celli.

„Durch die Globalisierung kann man positive Wirklichkeiten kennen lernen, aber auch menschliche Tragödien, angesichts derer Regierungen, Regime oder einfach machtvolle Multis vorziehen zu schweigen.“ Das Kino könne ein Weg sein, die wahren Fakten nach gründlicher Prüfung und Durchdringung für alle verständlich darzulegen.

Das Kinofestival „Tertio Millennio“ wird seit mehr als zehn Jahren unter anderem von der vatikanischen Filmothek ausgerichtet.

Unter den gezeigten Filmen hob Erzbischof Celli das Werk des russischen Filmemachers Aleksander Sokuyrov besonders hervor. Der Film Alexandra, bei dem es um die Lage in Tschetschenien geht, errang er bei den Filmfestspielen in Venedig 2007 den „Robert-Bresson-Preis“, der vom Päpstlichen Rat für die Sozialen Kommunikationsmittel verliehen wird.

Der genannte Rat ist für die Verbreitung des christlichen Glaubens in den Medien zuständig, beschäftigt sich aber auch mit Grundsatzthemen wie Ethik im Internet. Er genehmigt ferner Film- und Fernsehaufnahmen auf dem Gelände des Vatikanstaats.

Der Medienrat wurde 1948 durch Papst Pius XII. als „Päpstliche Kommission für den belehrenden und religiösen Film“ gegründet. Seit 1954 nahm sich die Kommission unter dem Namen „Päpstliche Kommission für das Filmwesen“ auch des Hörfunks und des Fernsehens an.

1964 dehnte Papst Paul VI. den Kompetenzbereich der Kommission auf Tageszeitungen und Zeitschriften aus. Bei der Kurienreform 1988 wandelte Papst Johannes Paul II. die Kommission schließlich in den heute bekannten Päpstlichen Rat für die Sozialen Kommunikationsmittel um.