Erzbischof Conti: Kirche beim Kampf gegen AIDS führend

Tagung von „Caritas Europa“ in der Ukraine

| 604 klicks

KIEW, 2. Mai 2007 (ZENIT.org).- Es dürfe niemals am Beistand der Kirche für die mit HIV/AIDS infizierten Menschen mangeln, betonte der Erzbischof von Glasgow (Schottland), Mario Conti, am vergangenen Donnerstag während der dreitägigen HIV/AIDS-Konferenz von „Caritas Europa“ in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Die Kirche müsse sich dafür einsetzen, das Stigma dieser Krankheit zu überwinden.



Erzbischof Conti betonte gegenüber Delegierten aus ganz Europa, dass der Beistand der mit HIV/AIDS lebenden Personen ein modernes Werk der Nächstenliebe darstelle. Er erinnerte daran, dass die Kirche auf eine lange Tradition des Dienstes an den von der Gesellschaft Verstoßenen zurückblicken könne, und rief dazu auf, das Vorurteil gegenüber der Einstellung der Kirche zu AIDS zu überwinden.

„Es muss immer wieder neu bekräftigt werden, dass die katholische Kirche sich für die Werke der Barmherzigkeit im Bereich HIV/AIDS einsetzt“, unterstrich der 73-jährige Hirte. Bedauerlicherweise würde diese Botschaft aber nur selten vermittelt.

Das größte Vorurteil bestehe häufig in der Meinung, „die katholische Kirche wäre teilnahmslos gegenüber den Opfern“, da das Virus oft durch Geschlechtsverkehr verbreitet wird. „Ja, schlimmer noch: Die Kirche wird beschuldigt, dass ihre Einstellung und ihre Lehre gegen die Verwendung von Kondomen zur Verbreitung dieser Krankheit beigetragen haben“, fuhr der Erzbischof fort.

Diesen Anschuldigungen setzte Erzbischof Conti entgegen, dass die Kirche in der Pflege von AIDS-Kranken führend sei. Neutralen Schätzungen zufolge würden 25 Prozent aller HIV/AIDS-Patienten von der katholischen Kirche und ihren zahlreichen Institutionen versorgt. Damit sei die katholische Kirche in diesem Bereich die größte Gesundheitseinrichtung.

Hinsichtlich des vermeintlichen Beitrags der katholischen Sexualmoral zur Verbreitung von HIV/AIDS führte der Erzbischof aus: „Die Kirche ist sich selbst treu, wenn sie eine Vision des Lebens und ein Programm der menschlichen Handlungsweise vorstellt, das der Würde von Mann und Frau in einer der bedeutendsten zwischenmenschlichen Handlungen entspricht, und zwar in der ehelichen Liebe.“

Wo diese Lehre angenommen und gelebt werde, könnten wir „Früchte nicht nur kultureller Art, sondern auch in Sachen öffentlicher Gesundheit“ entdecken. Eines der berühmtesten Beispiele dafür sei Uganda, das „mit seinem Programm der Enthaltsamkeit die Rate der HIV-Infektionen von über 30 auf unter 6 Prozent gesenkt hat“.

Erzbischof Conti schloss mit folgenden Worten: „Den Menschen das Vertrauen wiedergeben und ihnen helfen, Vorurteile zu überwinden, macht einen wesentlichen Teil der Arbeit mit HIV/AIDS-Patienten aus. Kirchliche Einrichtungen müssen in dieser Hinsicht mit gutem Beispiel vorangehen.“