Erzbischof Farhat: Benedikt XVI. hielt in Mariazell „Bergpredigt“

Informelles Treffen mit Journalisten in den Räumen der Nuntiatur

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WIEN, 13. September 2007 (ZENIT.org).- Der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Edmond Farhat, hat den Journalisten für ihre Berichterstattung über den Papstbesuch in Österreich persönlich seinen Dank ausgesprochen. Zugleich nutzte er die informelle Begegnung mit knapp 20 Medienvertretern am Mittwochnachmittag in der Wiener Theresianumgasse, dem Sitz der Nuntiatur, um die Gläubigen in Österreich dazu anzuregen, in der Öffentlichkeit selbstbewusster aufzutreten und den Glauben zu „exportieren“.



Erzbischof Farhat würdigte die Gastfreundschaft der Österreicher und hob hervor, dass ihre Heimat über ungeheure kulturelle Schätze verfüge: Man könne den Glauben gleichsam auf Schritt und Tritt einatmen; er präge die Kultur und sei lebendig. Der Apostolische Nuntius fügte allerdings hinzu: „Wir lassen uns hier zu sehr von menschlichen Rücksichten leiten.“ Man traue sich vielfach nicht, sich zum Glauben zu bekennen, zur eigenen Kultur und zur eigenen Identität. Er erwarte sich gerade aufgrund der Homogenität und des kulturellen Reichtums dieses Landes, dass die Gläubigen ihre Standpunkte entschiedener vertreten würden.

Der Höhepunkt der Reise Benedikts XVI., der „die familiäre Atmosphäre hier im Haus“ und den „lebendigen Glauben“ so vieler Österreicher genossen habe, war nach Worten seines offiziellen Vertreters die „Wallfahrt zum Nationalheiligtum Mariazell“. In diesem 850 Jahre alten Marienwallfahrtsort habe der Heilige Vater erklärt, was der Leitgedanke des Papstbesuchs: „Auf Christus schauen“ heute heiße. Ähnlich wie Jesus bei der Bergpredigt, habe Benedikt XVI. in seiner Predigt beim Hochamt vor der Basilika die Wahrheit verkündet. Deshalb sprach Erzbischof Farhat in diesem Zusammenhang von der „Bergpredigt“ von Papst Benedikt.

Der Heilige Vater hatte am Samstag rund 30.000 Pilger dazu aufgerufen, jene Menschen nachzuahmen, „die sich nicht mit dem begnügten, was alle taten und dachten, sondern nach dem Stern suchten, der sie den Weg zur Wahrheit selbst, zum lebendigen Gott weisen konnte“. Und er hatte bekräftigt: „Wir brauchen Gott…, wir brauchen die Wahrheit.“

Der Papst habe nicht nur spirituelle Dinge angesprochen, sondern auch ganz praktische Dinge, die die ganze Gesellschaft angehen. Er habe klar gemacht, dass die Christen ähnlich wie Johannes der Täufer die moralische und religiöse Verpflichtung haben, aufzustehen und klarzustellen, dass gewisse Sachen nicht gemacht werden können. Hier bezog sich Erzbischof Farhat auf das Thema der unveräußerlichen Würde des Menschen und der Achtung seines Lebens. „Die erste Pflicht besteht darin, das Leben zu retten“, bekräftigte der Nuntius.

Gegen Ende seiner Ausführungen ermutigte Erzbischof Farhat die Gläubigen in Österreich, die Botschaft Jesu in die Welt hinauszutragen. Er erzählte von seiner Heimat, dem Libanon, wo auf Landstrichen mit fruchtbarer Erde jene Orangen reiften, die dann in die ganze arabische Welt exportiert würden. In diesem Sinn seien die Worte des Papstes in Österreich als Samen zu verstehen, die in einem fruchtbaren Boden aufgingen und Früchte hervorbrächten – nicht nur für Österreich, sondern auch für ganz Europa.