Erzbischof Foley: Grundsätze für menschenwürdige Werbung

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NIZZA, 28. Juni 2007 (ZENIT.org).- Die katholische Kirche sei seit 2.000 Jahren in der Werbung tätig; diese heiße Evangelisierung, erklärte Erzbischof John Foley, scheidender Präsident des Päpstlichen Rates für die Sozialen Kommunikationsmittel.



Der aus Altersgründen zurücktretende Kurienerzbischof sprach am Freitag, dem 22. Juni, mit den Geschäftsleitern der Aktiengesellschaft Nestlé über das Reklamewesen und bekannte bei dieser Gelegenheit schmunzelnd seinen Hang zum „Schoko-holic“.

„Die Darreichung der Frohen Botschaft Jesu Christi könnte von der Kreativität und Fertigkeit der Werbung profitieren“, führte der designierte Pro-Großmeister des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem aus. Jesus selbst habe sich mit seinen Gleichnissen bestens auf „Reklame“ verstanden. Wir aber, seine Nachfolger, „machen uns häufig des Fehlers schuldig, der von vielen für die größte Sünde der modernen Welt gehalten wird: Uns können uns häufig nicht ausdrücken.“

Erzbischof Foley, der aufgrund seines neuen Amtes in naher Zukunft in den Rang eines Kardinals erhoben wird, zeigte sich fasziniert von der Werbung und vom Einfluss, den diese auf die Entscheidungen der Menschen ausübt. Er verwies jedoch auf drei Prinzipien, die stets beachtet werden müssten.

Der erste dieser Grundsätze lautet: „Sein ist besser als haben.“ Unsere gottgegebene Menschenwürde basiere nicht auf unseren Besitztümern. Die Werbetreibenden sollten daher „Qualität, Leistung und sogar Pflege und Reinlichkeit“ betonen, allerdings niemals suggerieren, „dass Besitz einen Menschen besser macht als einen anderen“.

Jeder Mensch, so die Forderung und zweite Regel des Kurienerzbischofs, „muss mit Achtung behandelt werden“. Niemand dürfe als ein bloßer Gegenstand betrachtet werden, sondern er sei immer Zweck an sich. Der 71 Jahre alte Erzbischof zeigte sich in diesem Zusammenhang besonders „überrascht, dass Frauen zu Recht für die gleiche Behandlung in Politik und Gewerbe eintreten, aber von den Medien im Allgemeinen und von der Werbung im Besonderen immer noch so oft als Objekte und Sexsymbole ausgebeutet werden“. Eine derartige Ausnutzung scheine nun auch auf die Männer überzugreifen.

Die dritte Richtschnur für Werbekampagnen ist nach Erzbischof Foley in der Anerkennung und im Streben nach dem Gemeinwohl zu finden. „Wir können nur hoffen, dass die rechtschaffenen Amtsinhaber und Kandidaten in der Politik rechtschaffene Werbeagenturen einstellen, um ihre Überzeugungen in einwandfreier und attraktiver Weise darzulegen und so zu einem intelligenten Dialog in der Gesellschaft beizutragen.“

Der Erzbischof unterstrich den starken Einfluss von Werbung „auf die Werte und die Moral der Gesellschaft, und nicht lediglich auf die Kaufgewohnheiten der Menschen. Ich hoffe, dass Ihnen Ihre Macht bewusst ist und dass Sie sie weiterhin verantwortlich nutzen werden.“

Unabhängig von Produkt oder Werbestrategie hoffe er, dass sich die Werbetreibenden stets den „Sinn unseres Lebens vor Augen halten“ und dass ihre Reklame aus Botschaften bestehe, die „wahr sind und der Würde der Person und dem Gemeinwohl dienen“.

Erzbischof Foley bezog sich am Ende seines Vortrags auf das Beispiel der selig gesprochenen Mutter Theresa von Kalkutta, die er als „Vorbild eines Werbeschaffenden“ würdigte, obwohl sie selbst keine Werbung betrieb: „Sie motivierte uns alle, besser zu werden und niemals die ärmsten und scheinbar letzten Mitglieder der Gesellschaft zu vergessen. Sie machte aus jedem Tag und aus jeder Handlung, was wir hoffentlich mit unserem Einfallsreichtum zu tun wünschen, egal welches Produkt oder welche Dienstleistung wir gerade vorstellen: dass wir die Würde und die Auswirkungen unserer Arbeit entdecken und etwas Schönes für Gott tun.“