Erzbischof Fouad Twal: Friedensstifter sind Kinder Gottes

Lateinischer Patriarch von Jerusalem erinnert an Assisi-Treffen

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VATIKANSTADT, 11. November 2011 (ZENIT.org). – „Lauschen will ich, was Gott, der Herr, zu uns redet: Wahrlich, er redet Frieden zu seinem Volk und seinen Frommen“ (Ps 84,9). Diese Psalmenworte stellte der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Erzbischof Fouad Twal, an den Anfang seiner Ansprache während der Audienz bei Papst Benedikt XVI. für die „Delegation des Rates der Oberhäupter der Religionsgemeinschaften in Israel" (ZENIT.berichtete).

Der Erzbischof erinnerte an das Assisi-Treffen vor zwei Wochen (ZENIT berichtete), wo man gemeinsam mit Repräsentanten verschiedener religiöser Bekenntnisse und der ganzen Menschheit an einem „Tag der Besinnung, des Dialogs und Gebetes für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt“ unterwegs gewesen sei, und versicherte, in diesem Geist werde man sich im Heiligen Land weiterhin darum bemühen, alle Hindernisse für ein friedliches Zusammenleben zu überwinden.

Der Patriarch sprach dem Papst eine einzigartige moralische Autorität zu:

„Heiliger Vater, wir fühlen, dass Sie als Einziger die moralische Autorität haben, die dazu fähig ist, eine solche Spannweite von Menschen verschiedener Bekenntnisse und Glaubensrichtungen zusammenzuführen."

Das Treffen sei keine Show gewesen, sondern habe dem ernsten Anliegen gedient, Gerechtigkeit, Frieden und die Achtung vor der Würde eines jeden Menschen zu fördern. Angesichts der zahlreichen Schwierigkeiten und Probleme im Heiligen Land sei sich der Rat durchaus seiner Grenzen, aber auch seiner Verantwortung gegenüber den jüdischen, muslimischen, drusischen und christlichen Gemeinschaften bewusst.

Der Rat sei gekommen, um seine Gebete mit denen des Heiligen Vaters zu vereinen und andererseits konkrete Initiativen für Frieden und Gerechtigkeit mit allen Menschen guten Willens voranzubringen.

„Wir als Mitglieder dieses Rates haben die wichtige Rolle zu spielen, durch eine ‚Bekehrung des Herzens, im Geist des Gebetes, des Respekts und des Durchhaltevermögens und der Liebe, weit entfernt von jeder Spur des Misstrauens, der Angst und des Vorurteils‘ die Hindernisse für ein friedliches Zusammenleben zu überwinden. Dies scheint ein langer Weg zu sein, aber Gott, der unsere Hoffnung ist, ist nicht fern: ‚Die Hoffnung aber lässt nicht zugrunde gehen; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist‘ (Röm 5,5). Indem wir weiterhin ‚Pilger der Wahrheit und Pilger des Friedens‘ bleiben, werden wir durch die Gnade des Heiligen Geistes erneuert und durch das Versprechen unseres Herrn gestärkt: ‚Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt‘ (Mt 28,20)“, schloss der Patriarch.[jb