Erzbischof Le Gall: Lourdes ist die Heimstätte der französischen Bischöfe

Eröffnung der Feiern zum 150. Jahrestag der Marienerscheinungen am 8. Dezember

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LOURDES, 20. August 2007 (ZENIT.org).- Für die französischen Bischöfe ist der Marienwallfahrtsort Lourdes ein zweites Zuhause. Das betonte der Erzbischof von Toulouse, Robert Jean Louis Le Gall, in der vergangenen Woche während des Pontifikalhochamts zum Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel. Die Hirten liebten es, nach Lourdes zu kommen.



Der 61 Jahre alte Erzbischof gab zudem bekannt, dass Papst Benedikt XVI. die Einladung des französischen Episkopats zur Teilnahme an den Feierlichkeiten zum 150. Jahrestag der Marienerscheinungen in Lourdes (vgl. Lourdes2008) angenommen habe. Der genaue Termin dieses Papstbesuchs ist allerdings noch nicht bekannt.

Vom 11. Februar bis zum 16. Juli 1858 erschien die Jungfrau Maria der armen Bauerntochter Bernadette Soubirous (7. Januar 1844 - 16. April 1879), die 1934 heilig gesprochen wurde, 18 Mal und stellte sich ihr – nur vier Jahre nach der Verkündigung des entsprechenden Dogmas durch Papst Pius IX. – als die Unbefleckte Empfängnis vor.

Die Zeichen, die Bernadette gesehen habe, seien zwar zu Ende, doch besuche „Unsere Liebe Frau weiterhin diese Stätte der Unbefleckten Empfängnis, der wir immer zugetan sind, führte Erzbischof Le Gall aus.

Die französische Bischofskonferenz hält ihre Vollversammlung zweimal pro Jahr in Lourdes ab. Aus Anlass des Jubeljahres werden die Hirten den Gnadenort zusammen mit Wallfahrern aus ihren jeweiligen Diözesen erneut besuchen.

Das zentrale Thema der Feierlichkeiten, die am 8. Dezember, dem Fest der Unbefleckten Empfängnis Mariens, eröffnet werden, lautet: „Die missionarische Kirche nährt sich von der Eucharistie“.

Bischof Jacques Perrier von Tarbes und Lourdes hat alle kirchlichen Gemeinschaften dazu eingeladen, sich unter den Schutz und Schirm Unserer Lieben Frau von Lourdes und der heiligen Bernadette zu stellen und sich im Gebet zur Vorbereitung des 150. Jahrestags der Erscheinungen zu vereinen.

„Sie sind alle Mitglieder der großen Familie von Lourdes“, schreibt er. „Beten Sie das Vorbereitungsgebet zum Jubiläum dort, wo Sie sind. So werden Sie mit uns eine interkontinentale marianische Gebetsgemeinschaft bilden. Es gibt keinen Grund, dass nur die Wirtschaft globalisiert ist!“

Hier die offizielle deutsche Übersetzung des Vorbreitungsgebets:

Herr,

du hast Maria vorbereitet, die Mutter deines Sohnes zu werden.
Durch ihre Unbefleckte Empfängnis
hast du sie vor jeder Sünde und vor jedem Makel der Sünde bewahrt.
So hatte sie die Kraft, das Ja des Glaubens zu sagen
von der Verkündigung bis zum Kreuz.
Das, was du in Maria verwirklicht hast, ist bewundernswert, Herr.
Wir danken dir.

In Lourdes, Herr, hast du Bernadette vorbereitet,
Zeugin der Erscheinungen der Jungfrau zu sein.
In der Klarheit ihres Herzens,
durch ihre Demut und ihren Mut,
hat sie alle Fallen des Bösen umgangen.
Das, was du in Bernadette verwirklicht hast, ist bewundernswert, Herr.
Wir danken dir.

Und jetzt, Herr, nähert sich das Jubiläum der Erscheinungen.
Bereiten wir uns vor, es mit großer Freude zu feiern.
Lass uns hören auf dein Wort der Versöhnung und des Friedens.
Öffne unsere Herzen, unsere Augen und unsere Hände für die Not der anderen.

Damit das Jubiläum eine Zeit der Gnade ist
für jene, die zur Grotte von Massabielle kommen werden,
und für jene, die sich von weitem mit dem Gebet der Pilger verbinden werden.

Wie Bernadette, die sich so sehr wünschte, die Eucharistie zu empfangen,
erneuere in uns das Verlangen, Christus zu empfangen
und vom Heiligen Geist durchdrungen zu werden,
besonders bei diesem Jubiläum, das du uns schenkst,
nach dem Beispiel und auf die Fürsprache Marias,
deiner bescheidenen Dienerin, die wir mit allen Generationen seligpreisen.

Ad libitum: Gloria Patri et Filio et Spiritui sancto…

Amen!