Erzbischof Mamberti beklagt neue Welle von Christenverfolgung

Niemand sollte aus religiösen Motiven diskriminiert werden

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RIMINI, 2. September 2008 (ZENIT.org).- Die Diskriminierung von Christen sei genauso inakzeptabel wie der Antisemitismus und die Islamophobie und sollte mit derselben Entschlossenheit verurteilt werden, bekräftigte Erzbischof Dominique Mamberti, Sekretär des Vatikans für die Beziehungen mit den Staaten, beim diesjährigen Rimini-Treffen. Die Großveranstaltung der Laien-Bewegung „Comunione e Liberazione“ (Gemeinschaft und Befreiung) ging am Samstag, dem 30. August, zu Ende.

In seinem Vortrag mit dem Titel „Der Schutz und das Recht auf Religionsfreiheit“ verwies der Erzbischof auf die Welle der anti-christlichen Gewalt, die in der vergangenen Woche den indischen Bundesstaat Orissa erfasst hatte, und erklärte, dass der Heilige Stuhl „unablässig betont, dass der Grundsatz des Rechts auf Religionsfreiheit in der Würde aller Menschen liegt“.

Die Christen in Orissa wurden zu Opfern zahlreicher Gewalttaten, nachdem ein Hindu-Führer am 23. August im Gebiet von Kandhamal getötet worden war. Nach Angaben der Indischen Bischofskonferenz haben bei den Verfolgungen rund 26 Christen den Tod gefunden.

Erzbischof Mamberti stellte diesbezüglich fest, dass diese neue form von Christenverfolgung in modernen Rechtstaaten, auch von Religionssoziologen als „Christianophobie“ bezeichnet, eine greifbare Wirklichkeit sei. Es sei ein „Paradox“, dass den Christen in manchen Staaten nicht die gleichen Freiheiten garantiert würden wie anderen Religionen und es so zu der Gewalttätigkeit, Verfolgung, Intoleranz und Diskriminierung gegen Christen käme. Das Ziel, so der 56-jährige Erzbischof, sei die vollständige „Beseitigung von Diskriminierung und Intoleranz“ im Miteinander der Völker und Kulturen.

Erzbischof Mamberti gab zu, dass es häufig ein „Fehler“ religiöser Gemeinschaften sei, jede berechtigte rechtliche oder administrative Maßnahme, die gegen sie angewandt werde, als Diskriminierung zu kritisieren.

Das christliche Menschenbild sieht in jedem Menschen die „Fähigkeit zur Erkenntnis der Wahrheit“, bekräftigte der Würdenträger aus dem Vatikan. Religionsfreiheit lebt von der Achtung und dem Respekt dieser Würde, die jeder Person zu eigen ist.

Gibt der Mensch den Anspruch auf die Suche nach der Wahrheit auf, „gibt er sich in die Hand des vermeintlich Stärkeren, des Nützlichen oder des Unmittelbaren, welche die Person ihrer Größe berauben.“

Von Mirko Testa