Erzbischof Migliore: Sport als Weg zu Frieden und Versöhnung

„Ort des Dialogs und der Begegnung“

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NEW YORK, 5. November 2007 (ZENIT.org).- Sport bringe die Menschen verschiedener Kulturen und Nationen zusammen, überwinde Konflikte und fördere die persönliche Entwicklung, erklärte Erzbischof Celestino Migliore, Ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen, am Mittwoch während der 62. UNO-Generalversammlung zum Thema „Sport für Frieden und Entwicklung“.



Die Anfänge des Sports seien bis in die frühesten Zivilisationen zurückzuverfolgen. Heutzutage sei der Sport aber „ein Massenphänomen, das fähig ist, im großen Stil enorme Menschenmassen zu erfassen und geographische, rassische, soziale, wirtschaftliche, politische und kulturelle Barrieren zu überwinden“.

Würde der Sport in „gesunder und harmonischer“ Weise ausgeübt, so Erzbischof Migliore, dann stelle er ein Mittel dar, um „die Menschen verschiedener Kulturen und Traditionen voller Achtung und auf friedliche Weise zusammenzubringen. Wird der Sport zunehmend als Ort des Dialogs und der Begegnung gebraucht, dann kann die griechische Tradition der olympischen Waffenruhe den Weg zu einem authentischen und dauerhaften Frieden ebnen.“

Der offizielle Vertreter des Heiligen Vaters vor der internationalen Gemeinschaft hob in New York hervor, dass der Sport die Anhänger von Kriegsparteien zusammenführen könne. Selbst wenn die daraus folgenden Augenblicke der Einheit kurz und bisweilen flüchtig sein sollten, erinnerten sie dennoch daran, „dass es in der menschlichen Erfahrung viel mehr Dinge gibt, die uns verbinden, als Dinge, die uns trennen“.

Ferner verwies Erzbischof Migliore auf den Einfluss von Sport auf die „eingehende persönliche und soziale Entwicklung“. Diesbezüglich stellte er fest: „Durch den Sport entwickelt der Mensch seine Kreativität und seine Talente, überwindet persönliche Hürden, erwirbt ein Gefühl der Dazugehörigkeit und Solidarität, erlernt Disziplin und Opferbereitschaft. Diese Werte tragen zum Wohl der größeren Gemeinschaft bei und helfen uns zu erfassen, dass das Gemeinwohl erstrebenswerter ist als die Selbstherrlichkeit.“

Der Erzbischof räumte ein, dass Misshandlung und Fehlverhalten im Sport zu „einer Sportkultur ohne menschlichen Wert“ führe, verwies jedoch darauf, dass „die Welt des Sport weiterhin über echte Vorbilder und großherzige Protagonisten verfügt, die danach streben, das Ideal des Sports als eine authentische Schule der Menschlichkeit, Kameradschaft, Solidarität und Exzellenz wiederzuerlangen.“

Eine neue Sichtweise der sportlerischen Aktivität, die den Menschen in ihren Mittelpunkt stellt, gewährleiste, dass „die wichtigen Tugenden, die durch den Sport erlernt werden, zu einem Medium werden, um gesunde und verantwortliche zwischenmenschliche Beziehungen zu entfalten und zu pflegen.“

Erzbischof Migliore sprach auch über die Olympischen Spiele, die 2008 in Peking stattfinden sollen. Er unterstrich, dass das „olympische Credo uns daran erinnert, dass das Wichtigste im Leben nicht der Triumph ist, sondern das Ringen“. Und er bekräftige: „Mögen die Olympischen Spiele von 2008 zum gemeinsamen Ringen beitragen, die Welt zu einem besseren Ort für jeden zu machen: durch die Förderung der unzertrennlichen und sich gegenseitig stärkenden Werte des Friedens, der Entwicklung und der vollen Achtung der fundamentalen Menschenrechte.“