Erzbischof Migliore: Vier Grundbedingungen für eine kindgerechte Welt

Die Menschenrechte beginnen vor der Geburt - Ansprache vor der UNO-Vollversammlung in New York

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NEW YORK, 19. Dezember 2007 (ZENIT.org).- Der Heilige Stuhl hofft auf eine wahrhaft „kindgerechte“ Welt, und er ist davon überzeugt, dass Familienrechte, Ausbildung, Ausrottung der weltweiten Armut und verbesserte Gesundheitsfürsorge die Schlüsselelemente darstellen, um dieses Ziel zu verwirklichen. Das erklärte Erzbischof Celestino Migliore, Ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen, am Donnerstag letzter Woche in einer Ansprache an die UNO-Generalversammlung, die eine besondere Sitzung des Jahres 2002 zum Thema „Kinder“ fortsetzte.



„Das Abkommen der Rechte des Kindes bleibt das Richtmaß bei der Förderung und Verfechtung der Rechte des Kindes“, sagte der Erzbischof. „Es beinhaltet grundlegende Prinzipien wie die Rechte des Kindes sowohl vor als auch nach der Geburt, das Recht auf die Familie als das natürliche Umfeld für das Wachstum und die Erziehung von Kindern und das Recht des Kindes auf die bestmögliche Gesundheitsfürsorge und Ausbildung.“

Der Vertreter des Heiligen Stuhls richtete seine Aufmerksamkeit besonders auf das Bedürfnis, die Kinder der Welt auszubilden. Die Ausbildung sei „ein Kernpunkt der Entwicklung eines jeden Kindes“. 250.000 katholische Schulen kämen diesem Auftrag auf jedem Kontinent nach.

Chronische Armut stellt in den Augen des Erzbischofs „das größte Hindernis“ auf dem Weg dar, „den Bedürfnissen von Kindern nachzukommen“. Die Ausbildung sei der entscheidende Faktor, um Kinder zu befähigen, „den Teufelskreis extremer Armut zu brechen, und ihnen ihren Eigenwert und ihre Würde bewusst zu machen“.

Ferner verwies Erzbischof Migliore auf die Bedeutung der Gesundheitsfürsorge und besonders auf den Schutz der Kinder vor HIV/Aids. Auch hier engagiere sich die Kirche mit „Tausenden von Einrichtungen für die Fürsorge und Ausbildung von Waisen, mit Vorsorge- und Informationskampagnen, in der Verteilung antiretroviraler Medikamente, in der Bereitstellung grundlegender ärztlicher Dienste und Nahrungsmittel, in der Verhinderung der Übertragung des Virus von der Mutter auf die Kinder, im Kampf gegen das Stigma und in der Befähigung von Menschen, die mit HIV/Aids leben, im Kampf gegen diese Epidemie Protagonisten zu sein“.

Der Kampf gegen Erkrankungen wie Malaria und Tuberkulose erfordere noch größerer Bemühungen, unterstrich der Vertreter des Papstes. „Eine noch größere Herausforderung stellt der Mangel an Zugang zu fundamentaler Gesundheitsfürsorge und Hygiene für Kinder und Mütter dar.“ Hygiene gehöre zu jenen wesentlichen menschlichen Erfordernissen, die am häufigsten übersehen würden. Die internationalen Bemühungen in dieser Hinsicht bezeichnete Erzbischof Migliore als bislang „glanzlos“. Kinder seien „die ersten Opfer dieser ‚inakzeptablen Situation‘“.

Die Vernachlässigung und der Mangel an Aufmerksamkeit, die die grundlegende Gesundheitsfürsorge erfahren, sind nach Worten des Ständigen Beobachters des Heiligen Stuhls überaus kostspielig, da „die fundmentale medizinische Vorsorge häufig eines der kostenwirksamsten und erfolgreichsten Mittel zur Verbesserung der Gesundheit und der Stabilität einer Gesellschaft“ sei.

Schließlich äußerte der Erzbischof die Hoffnung, dass „die Verpflichtungen, die im Laufe dieser Vollversammlung erneuert oder übernommen wurden, nicht bloß Erklärungen guter Vorhaben oder erstrebenswerter Ziele sind, sondern strenge Verpflichtungen, die es zu wahren gilt, damit eine wahrhaft kindgerechte Welt letzten Endes Wirklichkeit werden kann“.