Erzbischof Robert Zollitsch zum Jahresrückblick

Ermutigung für wiederverheiratete Geschiedene

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 283 klicks

In einem Gespräch mit „katholisch.de“ würdigte Erzbischof Robert Zollitsch, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, in einem Interview zum Jahresrückblick die Entwicklung in der Frage der wiederverheirateten Geschiedenen in der katholischen Kirche. Er kündigte an, dass man der Situation mit einem neuen katholischen Arbeitsrecht gerecht werden wolle; die Deutsche Bischofskonferenz arbeite schon lange an diesem Thema.

Er sagte, man habe zwei Arbeitsgruppen eingesetzt, die sich zum einen mit der Frage der Zugehörigkeit der wiederverheirateten Geschiedenen in der Kirche beschäftige, mit ihrer Integration, da sie voll und ganz dazugehörten. Dies sei eine wichtige pastorale Frage bis hin zu dem Punkt, ab wann es wieder möglich sei, dass die entsprechenden Gläubigen wieder zum Sakrament gehen könnten.

Die zweite Arbeitsgruppe hingegen widme sich mit der Frage des Arbeitsrechts. Zollitsch sagte, die Bischofskonferenz wolle das Arbeitsrecht fortschreiben, um der Situation gerecht zu werden. Im Januar werde es den ersten Bericht geben.

Des Weiteren müsse überlegt werden, wie die Ergebnisse der Beratungen auf der außerordentlichen Bischofssynode zu Fragen der Familienpastoral 2014 eingebracht werden könnten. Die dazu fortschreitende Umfrage in den Gemeinden habe gezeigt, dass etwa 45 bis 50 Prozent der Kinder von einer solchen Familiensituation betroffen seien, in der die Eltern getrennt lebten. Zollitsch sagte, die Kirche wolle hier unbedingt helfen, und er fühle sich von Papst Franziskus ermutigt, hier weiterzumachen. Der Papst habe gesagt, man müsse die Menschen so nehmen, wie sie sind, und müsse ihnen mit Barmherzigkeit begegnen. Er gehe voller Zuversicht in die Beratungen.

Die in die Diskussion geratene Handreichung seines Erzbistums nahm Zollitsch in Schutz. Er bekomme viel Zuspruch für das Anpacken schwieriger Fragen und habe das Gefühl, den Menschen Hoffnung geben zu können. Die entscheidende Frage sei, wie man den Menschen ein gutes zu Hause in der Kirche schaffen könne.