Erzbischof Schick: Advent hat mit Evangelisierung und Missionierung zu tun

Radio-Ansprache am Gedenktag des heiligen Franz Xaver, Patron der Katholischen Mission

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KÖLN, 6. Dezember 2007 (ZENIT.org).- Der missionarische Eifer des heiligen Franz Xaver erinnert uns daran, dass auch wir berufen sind, dem Herrn die Wege zu bereiten – „in unseren eigenen Herzen, in unseren Familien und in unserer Gesellschaft“. Das bekräftigte der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick am 3. Dezember in seiner Ansprache an die Hörer des Domradios Köln.

„Der Advent ist eine Zeit, in der wir uns selbst bekehren müssen und auch missionarisch bei uns tätig sein sollen… Denn allein in Jesus Christus wird den Menschen Heil.“


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Sehr verehrte Hörerinnen und Hörer des Domradios Köln!

Als „Weltkirchenbischof“ möchte ich jetzt zu Ihnen sprechen. Ich bin in der Bischofskonferenz zuständig für die Beziehungen der deutschen Kirche zu den Kirchen auf der ganzen Welt und für Mission, Entwicklung und Frieden weltweit. Der Tagesheilige heute ist Franz Xaver, der Patron der Katholischen Mission. Im vorigen Jahr haben wir seinen 500. Geburtstag mit einem Jubiläumsjahr begangen. In diesem Jahr gedenken wir seines 455. Todestages.

Der gebürtige Spanier war sehr ehrgeizig. Er wollte Karriere machen und führte in Paris ein lockeres Studentenleben, bis er von Ignatius von Loyola bekehrt und in den Jesuitenorden aufgenommen wurde. Ab dann war er „missionsbesessen“, so ist es in einer Biographie zu lesen. Er reiste nach Indien und Japan, nach Malakka und die Molukken. Er lernte die Sprachen dieser Völker und befasste sich mit ihrer Kultur, um sie für das Christentum zu gewinnen. Tausende Menschen hat er getauft. Die Tore Chinas blieben ihm aber versperrt. Als er sich auf die Einreise aufs chinesische Festland vorbereitete, starb er am 3. Dezember 1552.

China ist der volkreichste Staat der Welt. Auch wenn das Christentum dort boomt, bilden die Christen eine verschwindende Minderheit. Aber gerade für diese Nation ist es wichtig, dass das Evangelium sich ausbreitet. Papst Benedikt XVI. liegt die Kirche Chinas und die Evangelisierung dort sehr am Herzen. Er hat eigens einen Brief an die Katholiken dort geschrieben und einen Gebetstag eingeführt.

Was hat das alles mit Advent zu tun? 'Adventus Domini' heißt Ankunft des Herrn. Der hl. Franz Xaver wollte die Ankunft Christi in China vorbereiten und einleiten. Advent muss immer etwas mit Evangelisierung und Missionierung zu tun haben.

Hier bei uns sollen wir dem Herrn die Wege bereiten, in unseren eigenen Herzen, in unseren Familien und in unserer Gesellschaft. Der Advent ist eine Zeit, in der wir uns selbst bekehren müssen und auch missionarisch bei uns tätig sein sollen. Ein Drittel von den 80 Millionen Deutschen sind Nichtchristen; das muss uns hier bei uns aktiv werden lassen.

Advent soll aber auch unseren missionarischen Geist in die weite Welt hinaus stärken. Es muss jedem Christen ein Anliegen sein, dass die Frohe Botschaft überall hinkommt, dass überall 'Adventus Domini' – Ankunft des Herrn geschieht. Die christlichen Tugenden, die in der Gottes- und Nächstenliebe ihren Ausgangspunkt und ihr Ziel haben, sollen gelebt werden.

Für China ist das besonders wichtig. Diese große Nation braucht die christlichen Werte, braucht Jesus Christus. Die Mission des hl. Franz Xaver für China ist begonnen, aber längst nicht abgeschlossen. Beten wir für China und die Christen dort, damit die Kirche die volle Freiheit erhält und wirken kann zum Wohl der Menschen. Denn allein in Jesus Christus wird den Menschen Heil.

Möge der Herr mit seiner Gerechtigkeit, mit seinem Frieden und seiner Freude bei Ihnen und allen Menschen ankommen. Ich wünsche Ihnen, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer des Domradios Köln, einen gesegneten Advent.

[Vom Erzbistum Bamberg veröffentlichtes Original]