Erzbischof Sean Brady: Nordirland steht heute vor neuen Herausforderungen

Offener Dialog ist möglich

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DUBLIN, 6. Juli 2007 (ZENIT.org).- Mit dem Frieden, der nun eingekehrt sei, stehe Nordirland heute vor ganz neuen Herausforderungen, erklärte der Primas der römisch-katholischen Kirche in Irland.



Erzbischof Sean Brady von Armagh sprach mit ZENIT über die Veränderungen, zu denen es im Zuge der Bildung der unabhängigen nordirischen Koalitionsregierung am 8. Mai 2007 gekommen ist. Ian Richard Kyle Paisley, Vorsitzender der protestantischen Demokratisch-Unionistische Partei („Democratic Unionist Party“, DUP), und Martin McGuinness von der republikanischen und katholisch geprägten Sinn-Fein-Partei üben das Amt des Premierministers beziehungsweise des Vizepremiers aus.

„Das Klima ist für Dialog und Austausch jetzt günstiger“, zeigte sich Erzbischof Brady zuversichtlich, der in der irischen Bischofskonferenz den Vorsitz führt. „Das Gemeinsame Komitee der Kirchen in Irland (Irish Inter-Church Committee) kümmert sich darum, prüft seine Rolle und schaut, auf welche Weise wir mehr zur Förderung von Ökumene und Versöhnung tun können.“

Der 67 Jahre alte Oberhirte äußerte die Hoffnung, dass sich die neuen Regierungsführer ebenso stark für die Ökumene einsetzen würden, wie sie es für den Frieden getan hätten. Allerdings gab er zu Bedenken, „dass es Leute gibt, die zu uns über Versöhnung und Friedensabkommen reden, aber nicht über Ökumene. Dr. Ian Paisley wird sich zum Beispiel nicht in der Ökumene engagieren, aber er wird sich für die Friedenssicherung einsetzen. Diese Dinge müssen wir auch in Betracht ziehen.“

In der Vergangenheit habe man sich über das Karfreitags-Abkommen gefreut; heute freue man sich darüber, „dass die Strukturen, die man angestrebt hat, tatsächlich geschaffen worden sind. Gott und auch den vielen Menschen, die geholfen und überall auf der Welt gebetet haben, sei Dank“, bekräftigte Erzbischof Brady gegenüber ZENIT. „Das sind jetzt Samen des Friedens.“