Erzbischof Thissen: Der Kampf gegen den Klimawandel, eine Frage der Gerechtigkeit

Bischöfliche Kommission für MISEREOR berät über Entwicklungsfragen

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AACHEN, 12. Dezember 2007 (<A href=http://www.zenit.org >ZENIT.org</A>).- Der Vorsitzende der Bischöflichen Kommission für MISEREOR, Erzbischof Werner Thissen, hat die Internationale Gemeinschaft zu mehr Engagement im Kampf gegen den Klimawandel aufgefordert.



Anlässlich der Wintertagung der Bischöflichen Kommission am 12. Dezember in Aachen bezeichnete der Erzbischof die Anstrengungen der Bundesregierung, eine umfangreiches Klimapaket auf den Weg zu bringen, das auf eine deutliche Verminderung der deutschen Treibhausgase abzielt, als beispielhaft. Dies sei auch eine Frage der internationalen
Gerechtigkeit, fügte er hinzu.

„Das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung muss als deutliches Signal für die Weltklimakonferenz gesehen werden, weitreichende Maßnahmen zu verabschieden, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. Ziel einer gerechten Klimaschutzpolitik muss es sein, allen Menschen auf dieser Welt das gleiche Recht zur Nutzung der Atmosphäre zu gewähren", erklärte Erzbischof Thissen, der in Hamburg residiert.

Der Klimawandel trifft vor allem diejenigen, die sowieso schon ein Leben in Armut führen müssen: Kleinbauern und Fischer in den Entwicklungsländern, die die Folgen am wenigsten bewältigen könnten. Ihre Ernten gehen zurück, Wasser wird knapp, Krankheiten an Mensch und Tier breiten sich aus.

„Wir haben unseren Reichtum nicht nur auf Kosten der sogenannten Dritten Welt, sondern auch auf Kosten des Klimawandels angehäuft. Insofern ist der Klimawandel auch der Gipfel oder das Symbol schlechthin für viele bestehende Ungerechtigkeiten in der Welt. Und er führt uns auf das zurück, was oft banal gesagt, aber selten geglaubt wird: Wir sitzen alle im gleichen Boot", so Erzbischof Thissen.

Die Bischöfliche Kommission für MISEREOR tagt zweimal im Jahr und entscheidet unter anderem über neue Projektvorhaben des Hilfswerks. Insgesamt wurden seit der letzten Sitzung im Juni diesen Jahres 803 Projekte in Afrika, Asien und Lateinamerika in Höhe von 65,2 Millionen Euro bewilligt.