Erzbischof Tomasi drängt vor der UNO auf „Globalisierung der Menschenrechte“

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GENF, 5. Juli 2007 (ZENIT.org).- Erzbischof Silvano Tomasi, Ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in Genf, hat nachdrücklich darauf hingewiesen, dass die Globalisierung von Wirtschaft und Kommunikation mit einer Globalisierung der Menschenrechte Hand in Hand gehen müsse.



„Wie ein junger Baum, der in den Boden gepflanzt wird, wurde der Menschenrechtsrat von der UN-Generalversammlung in der Hoffnung errichtet, er würde zu einer starken und fruchtbringenden Pflanze heranwachsen“, veranschaulichte der offizielle Vertreter des Papstes in seiner Ansprache vor den Mitgliedern des UN-Menschenrechtsrates. Die multilateralen Bemühungen der vergangenen Monate hätten gezeigt, „wie eine Zusammenarbeit mit Geduld und gutem Willen positive Ergebnisse erzielen kann“ und darüber hinaus den „nötigen institutionellen Humus“ liefere, „damit der Baum wachsen und eines Tages alle Erwartungen erfüllen kann“.

Die erzielte Übereinstimmung wertete Erzbischof Tomasi jedoch lediglich als Anfang beziehungsweise als ein „Sprungbrett, um weiter voranzuschreiten, und als ein Heilmittel für die Unzulänglichkeiten, die eine exzessive Kompromisslösung hervorgerufen haben mag, auf Kosten einer entschlosseneren und wirksameren Unterstützung und Förderung der Menschenrechte aller Männer und Frauen, selbst in entfernten und zum Schweigen gebrachten Regionen der Welt“.

Der Erzbischof rief zu einer Globalisierung der Menschenrechte auf, gemäß der „Globalisierung der Wirtschaft, der Kommunikation und der Migration der Menschen. Die Rechte des Menschen haben Vorrang vor den engen politischen Überlegungen und unmittelbaren Vorteilen, die sich durch die Duldung der Verletzung dieser Rechte ergeben.“

Die gegenwärtigen Herausforderungen der internationalen Staatengemeinschaft besteht nach Worten von Erzbischof Tomasi darin, den Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen „zum Stützpfeiler des internationalen Systems des Zusammenlebens und der Zusammenarbeit zu machen“, wie es für diese Einrichtung vorgesehen gewesen sei. „Auf diese Weise werden die Vorsätze, Berichte, Diskussionen und technischen Beratungen wirklich zu Veränderungen vor Ort und zur Verbesserung der Lebensqualität und der Rechtsfähigkeit aller Personen beitragen.“

Der UN-Menschenrechtsrat, dem 47 Mitglieder angehören, besteht seit Juni 2006. Er wurde gegründet, um die UN-Menschenrechtskommission zu ersetzen. Ihr war mangelnde Effizienz bescheinigt worden.