Erzbischof von Lusaka: Sechs von zehn Einwohnern Sambias sterben an Malaria

Internationale Unterstützung ist dringend erforderlich

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LUSAKA, 3. Juli 2007 (ZENIT.org).- Der Erzbischof von Lusaka, Telesphore George Mpundu, hat die Industriestaaten dazu aufgefordert, mehr Geld für die Entwicklung von wirksamen Impfstoffen und Medikamenten gegen AIDS und Malaria zur Verfügung zu stellen.



Wie der Erzbischof gegenüber dem weltweiten katholischen Hilfswerk Kirche in Not berichtete, sterben gegenwärtig sechs von zehn Einwohnern Sambias an Malaria. Die schlechte gesundheitliche Situation sei einer der Faktoren, der eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage verhindere, denn mit kranken Menschen könne man keinen Fortschritt erreichen.

Die hohe AIDS-Rate (zwischen 15 und 20 Prozent) erfordere vor allem eine Verhaltensänderung, bekräftigte Erzbischof Mpundu. Die Menschen müssten lernen, Ehrfurcht vor der Gabe der Sexualität zu haben und richtig damit umzugehen. Die einzige Lösung seien voreheliche Keuschheit und eheliche Treue. Die katholische Kirche lehne Kondome ab, die eine „trügerische Sicherheit“ böten und deshalb „keine Lösung“ seien. Die Kirche sei aufgrund dieser Haltung bei den Regierenden nicht beliebt, aber ihre Haltung sei klar: „Wir spielen kein Russisches Roulette mit dem menschlichen Leben.“

Vier von fünf Sambiern leben nach Angaben des Erzbischofs in Armut. Ein Schlüssel zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes sei eine Verbesserung der Bildung. Die meisten Menschen seien nicht gebildet genug, um sich und ihre Familien ernähren zu können. Die Regierung müsse dem Erziehungswesen Vorrang einräumen. Auch die westlichen Industrienationen sollten nach Meinung des Erzbischofs auf diesem Gebiet mehr tun: Wichtig sei vor allem, die Afrikaner dazu zu befähigen, auf eigenen Beinen zu stehen, damit sie nicht immer nur in der Lage von Empfängern blieben. Die Kirche in Sambia stehe an vorderster Front in der Erziehung der Menschen zu Werten wie Demokratie, Gerechtigkeit und Frieden.

Nach Angaben des pastoralen Hilfswerks sind mehr als 80 Prozent der elf Millionen Einwohner Sambias Christen. Die Katholiken stellen mit 3,4 Millionen Gläubigen 31 Prozent der Gesamtbevölkerung. Die übrigen Christen gehören protestantischen Gemeinschaften an. Hindus und Muslime bilden eine Minderheit von jeweils fünf Prozent der Bevölkerung.