Erzbischof von Nagasaki wendet sich gegen Aufrüstungsbestrebungen

Bischöfe Japans sorgen sich um Evangelisierung

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ROM, 3. Dezember 2009 (ZENIT.org).- Der Erzbischof Joseph Mitsuaki Takami von Nagasaki hat in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Ucanews in Rom sorgt sich um den Erhalt der Friedensklausel in der japanischen Verfassung. Artikel 9 der Verfassung sieht vor, dass Japan sich nur für den Zweck der eigenen Verteidigung auf- und nachrüsten darf. Die Vereinigten Staaten hatten diese Klausel nach dem Sieg über Japan nach dem Zweiten Weltkrieg durchgesetzt.

In Artikel 9 der japanischen Verfassung heißt es, dass das Land „für immer auf Krieg als souveränes Recht einer Nation verzichten" wolle, sowie auf dessen „Androhung oder die Gewaltanwendung zur Beilegung internationaler Konflikte". Das Kriegspotential von Heer, Marine und Luftwaffe unter anderem werde nicht mehr aufrechterhalten und das Kriegsrecht nicht anerkannt. Japanische Nationalisten treten seit langem für eine Änderung des Artikels ein, um den Ausbau eines Militärpotentials möglich zu machen. Ihre Kampagne hat im vergangenen Jahrzehnt zunehmend Erfolg gehabt, da die Vereinigten Staaten Japan ermutigt haben, eine aktivere Rolle im Bereich der Sicherheit zu spielen.

Erzbischof Takamis Biographie ist eng mit der militärischen Auseinandersetzung zwischen Japan und den USA im Zweiten Weltkrieg verbunden: Seine Großmutter, zwei Tanten und ein Cousin kamen bei dem Atombombenabwurf auf Nagasaki im August 1945 ums Leben, vier Menschenleben unter 265.000, die insgesamt durch die Abwürfe auf Hiroshima und Nagasaki ausgelöscht wurden. Takamis Mutter war damals gerade mit ihm schwanger. Bei Takamis Besuch in Rom, die er in Begleitung von Mitbrüdern im Bischofsamt und Pilgern antrat, erhielt Papst Benedikt XVI. die Reliquie eines japanischen Märtyrers aus dem 17. Jahrhundert, der zusammen mit 187 anderen Blutzeugen voriges Jahr selig gesprochen wurde.

Die katholische Kirche in Japan umfasst ungefähr eine Million Mitglieder, jedoch sind nur die Hälfte davon japanischer Abstammung. Die übrigen kommen aus Korea, China, Brasilien oder von den Philippinen. Deshalb war bei der Begegnung mit dem Papst auch die Evangelisierung ein Thema. In der Folge des historischen Besuchs Papst Johannes Pauls II. 1981 in Hiroshima, Nagasaki und Tokio fanden in den Jahren 1987 und 1993 nationale Evangelisierungskongresse statt, die von den Ortsbischöfen in Japan organisiert worden waren. Wie Erzbischof Takami einräumt, brachten diese aber "nur wenige sichtbare Früchte". Die Bischöfe planen deshalb, einen Hirtenbrief im kommenden Jahr zu veröffentlichen, um einen neuen Impuls zu geben.

Der Erzbischof setzte sich auch mit dem Vorwurf des Generalsekretärs der regierenden Demokratischen Partei Japans, Ichiro Ozawa, auseinander, der das Christentum als dünkelhaft und selbstgerecht bezeichnet hatte. Die Kritik habe ihre Ursache in dem Verhalten der Kirchen in der Geschichte, vermutet Takami. „Wie schließen aus, wenn wir eine andere Religion als nichtig betrachten, oder wenn wir uns selbst als rechtgläubig und andere als irrend erachten." Ebenso sei aber Japan dünkelhaft gewesen, als es Missionare auswies und das Christentum als eine schlechte Religion brandmarkte. Nichtsdestotrotz sei das Evangelium absolut gut und ein höchster Wert. „Und ich glaube daran", versicherte der Oberhirte von Nagasaki. „Wir leben nicht immer exakt gemäß des Evangeliums, das ist ein Problem, aber wir erkennen das." (mk)